SPASMEX Filmtablet 20 mg (new)
Spasmex 20 mg 30 Filmtabl
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In stock 45 pcsDescription - SPASMEX Filmtablet 20 mg (new)
Swissmedic-genehmigte Patienteninformation
Spasmex® 20 mg Filmtabletten
Was sind Spasmex 20 mg, Filmtabletten und wann werden sie angewendet?
Spasmex 20 mg, Filmtabletten ist ein Arzneimittel zur Entspannung der Muskulatur der Blase.Spasmex 20 mg, Filmtabletten wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet
- bei starkem, nicht unterdrückbarem Harndrang mit unfreiwilligem Harnverlust (Harninkontinenz, Einnässen) und/ oderbei zu häufiger Blasenentleerung/zu häufigem Harndrang bei Patienten mit überaktiver Blase (aufgrund unklarer Ursache oder aufgrund bestimmter Nervenerkrankungen).
Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.
Was sollte dazu beachtet werden?
Dieses Arzneimittel enthält ca. 93 mg verwertbare Kohlenhydrate pro Einzeldosis. Das Arzneimittel ist für Diabetiker geeignet.
Wann dürfen Spasmex 20 mg, Filmtabletten nicht eingenommen / angewendet werden?
Spasmex 20 mg, Filmtabletten dürfen nicht eingenommen werden
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Trospiumchlorid oder einen der sonstigen Bestandteile von Spasmex 20 mg, Filmtabletten sind (s. «Was ist in Spasmex 20 mg, Filmtabletten enthalten?»)wenn Sie aufgrund einer mechanischen Abflussbehinderung (z.B. aufgrund einer Prostatavergrösserung) nicht in der Lage sind, die Harnblase spontan zu entleerenbei erhöhtem Augeninnendruck durch Verengung des Augenwinkels, sog. grünem Star (Engwinkelglaukom)bei beschleunigtem und dabei unregelmässigem Herzschlag (Tachyarrhythmie)bei Myasthenia gravis (Erkrankung mit vorzeitiger Ermüdung und Schwäche der Muskeln bei Belastung)bei schwerer chronisch entzündlicher Darmerkrankung (schwere Colitis ulcerosa und schwerer Morbus Crohn)bei toxischem Megakolon (schwerer Erkrankung mit Erweiterung des Dickdarmes mit Verstopfung).
Kinder
Spasmex 20 mg, Filmtabletten dürfen bei Kindern unter 12 Jahren nicht verabreicht werden.
Wann ist bei der Einnahme von Spasmex 20 mg, Filmtabletten Vorsicht geboten?
Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch das Scharfsehen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird.Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin, bevor Sie Spasmex 20 mg, Filmtabletten einnehmen bei:
- Behinderung der Magen-Darm-Passage (z.B. Verengung des Magenpförtners (Pylorusstenose))Abflussbehinderungen des Harns aus der Blase mit Restharnbildung (Unvermögen die Blase vollständig zu entleeren)Erkrankung des unwillkürlichen Nervensystems (Teil des Nervensystems, der die Funktion des Herzens, der Blutgefässe, der Drüsen und andere Bereiche im Körper steuert)Zwerchfellbruch oder Sodbrennensowie bei Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion oder einer Herzerkrankung (Trospiumchlorid kann zu einer Erhöhung der Herzschlagfrequenz führen).
Die folgenden Nebenwirkungen sind wichtig und erfordern sofortiges Handeln, wenn sie bei Ihnen auftreten. Sie sollten mit der Einnahme von Trospiumchlorid aufhören und sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen, wenn die folgenden Beschwerden auftreten:
- Schwellung des Gesichts, der Zunge und der Luftröhre, die grosse Beschwerden bei der Atmung hervorrufen können.plötzlich auftretende allergische Reaktion (allergischer Schock) mit Kurzatmigkeit, Ausschlag, Niesen und Blutdruckabfall.Unvermögen, die volle Blase zu entleeren
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei schwerwiegenden Lebererkrankungen sollten Sie Spasmex 20 mg, Filmtabletten nicht anwenden.Bei milden bis moderaten Lebererkrankungen sollten Sie mit ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin über die Anwendung von Trospiumchlorid sprechen.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Wenn Sie unter einer Nierenfunktionsstörung leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird möglicherweise die Dosierung von Spasmex 20 mg, Filmtabletten anpassen (siehe «Wie verwenden Sie Spasmex 20 mg Filmtabletten?»).
Patienten mit einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Bitte nehmen Sie Spasmex 20 mg Filmtabletten erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.
Bei Einnahme von Spasmex 20 mg, Filmtabletten mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel anwenden:
- Amantadin (Arzneistoff gegen Parkinson-Krankheit)bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depression (z.B. Imipramin)Arzneimittel zur Behandlung von Asthma (die die Herzschlagfrequenz erhöhen können (z.B. Salbutamol))Arzneimittel zur Behandlung von Magenentleerungsstörungen (z.B. Metoclopramid oder Cisaprid)Arzneimittel, die Stoffe wie Guar, Colestyramin und Colestipol enthaltenArzneimittel, die Chinidin enthaltenArzneimittel gegen Allergien (Antihistaminika)
Bei der Einnahme von Spasmex 20 mg, Filmtabletten sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken.Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d. es ist nahezu «natriumfrei».Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie
- an anderen Krankheiten leiden,Allergien haben oderandere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen!
Dürfen Spasmex 20 mg, Filmtabletten während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?
Es liegen unzureichende Daten über die Anwendung von Trospiumchlorid beim Menschen während der Schwangerschaft und Stillzeit vor. Vorsichtshalber sollten Sie während der Schwangerschaft und Stillzeit möglichst auf Arzneimittel verzichten oder den Arzt oder Apotheker bzw. die Ärztin oder Apothekerin um Rat fragen.
Wie verwenden Sie Spasmex 20 mg, Filmtabletten?
Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren: Nehmen Sie Spasmex 20 mg, Filmtabletten immer genau nach der Anweisung des Arztes bzw. der Ärztin ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.Die empfohlene Dosis beträgt: 2?mal täglich jeweils 1 Filmtablette. Die maximale Tagesdosis entspricht 40 mg Trospiumchlorid.Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion ist die empfohlene Dosis: 1 Filmtablette täglich oder 1 Filmtablette jeden zweiten Tag.Nehmen Sie die Filmtabletten bitte unzerkaut mit einem Glas Wasser ein. Die Einnahme sollte vor einer Mahlzeit auf nüchternen Magen erfolgen.Die Dauer der Einnahme wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin festgelegt. Die Notwendigkeit der Weiterbehandlung sollte in regelmässigen Abständen von 3 ? 6 Monaten geprüft werden.Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Wenn Sie eine grössere Menge von Spasmex 20 mg, Filmtabletten eingenommen haben, als Sie sollten
Wenn Sie zu viel Trospiumchlorid eingenommen haben oder Vergiftungserscheinungen auftreten, sollten Sie sofort einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen.Zeichen einer Überdosierung sind Sehstörungen, beschleunigter Herzschlag, Mundtrockenheit, Beschwerden beim Wasserlassen und Hautrötung (anticholinerge Symptome).
Wenn Sie die Einnahme von Spasmex 20 mg, Filmtabletten vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen Sie die nächste Tablette zum gewohnten Zeitpunkt ein.
Wenn Sie die Einnahme von Spasmex 20 mg, Filmtabletten abbrechen
Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Spasmex 20 mg Filmtabletten nicht, ohne dies vorher mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin abgesprochen zu haben.Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.
Welche Nebenwirkungen können Spasmex 20 mg, Filmtabletten haben?
Wie alle Arzneimittel können Spasmex 20 mg, Filmtabletten Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten auftreten müssen.
Sehr häufig (betrifft mehr als einen von 10 Anwendern)
- Mundtrockenheit
Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)
- Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Bauchschmerzen und Übelkeit
Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)
- Flatulenz (Blähungen), Diarrhoe (Durchfall)KopfschmerzenSchnelle HerzschlagfolgeBrustschmerzen
Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)
- SchwindelMuskelschmerzen, GelenkschmerzenUnvermögen, die Blase (vollständig) zu entleerenVerschwommensehen (Akkomodationsfehler)Hautausschlag
Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)
- Schwellung des Gesichts, der Zunge und der Luftröhre, die grosse Beschwerden bei der Atmung hervorrufen können.
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
- Schneller und unregelmässiger HerzschlagAtembeschwerden (Dyspnoe)Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria)Anstieg der Leberwerte im Blut (Werte werden von Ihrem Arzt resp. Ihrer Ärztin bestimmt)Allgemeine KörperschwächePlötzlich auftretende allergische Reaktion (allergischer Schock) mit Kurzatmigkeit, Ausschlag, Niesen und BlutdruckabfallSchwere allergische Reaktion der Haut und des Unterhautzellgewebes (sog. Stevens-Johnson-Syndrom)Halluzination, Verwirrung, Agitiertheit (diese Nebenwirkungen traten hauptsächlich bei älteren Patienten auf und können durch neurologische Erkrankungen und/ oder durch gleichzeitige Einnahme weiterer anticholinerger Medikamente begünstigt werden).
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.
Was ist ferner zu beachten?
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Lagerungshinweis
Nicht über 30 °C lagern. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Weitere Hinweise
Arzneimittel sollen fachgerecht entsorgt werden.Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
Was ist in Spasmex 20 mg, Filmtabletten enthalten?
Wirkstoffe
1 Filmtablette enthält als Wirkstoff 20 mg Trospiumchlorid
Hilfsstoffe
Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Povidon, Hypromellose, Magnesiumstearat (pflanzlich), Titandioxid (E 171), Stearinsäure, hochdisperses Siliciumdioxid.
Zulassungsnummer
62507 (Swissmedic)
Wo erhalten Sie Spasmex 20 mg, Filmtabletten? Welche Packungen sind erhältlich?
In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.Packungen mit 30, 50 und 100 Filmtabletten.
Zulassungsinhaberin
Zeller Medical AG, CH-8590 Romanshorn.
Diese Packungsbeilage wurde im Dezember 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.
Description for the doctor
Zusammensetzung
Wirkstoffe
Trospii chloridum.
Hilfsstoffe
Lactosum monohydricum (93.33 mg pro Filmtablette), Cellulosum microcristallinum, Carboxymethylamylum natricum A (corresp. Natrium 0.29 mg), Povidonum K 25, Hypromellosum, Magnesii stearas, Titanii dioxidum (E 171), Acidum stearicum, Silica colloidalis anhydrica.
Dieses Arzneimittel enthält ca. 93 mg verwertbare Kohlenhydrate pro Einzeldosis. Das Arzneimittel ist für Diabetiker geeignet.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit
Filmtabletten zu 20 mg.
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
Symptomatische Behandlung der Dranginkontinenz und/oder Pollakisurie und von vermehrtem Harndrang wie sie bei Patienten mit überaktiver Blase vorkommen (idiopathische oder neurologische Detrusorüberaktivität).
Dosierung/Anwendung
Übliche Dosierung
2-mal täglich 1 Filmtablette.
Die Filmtabletten werden unzerkaut vor einer Mahlzeit auf leeren Magen mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.
Therapiedauer
Die Notwendigkeit der Weiterbehandlung sollte in regelmässigen Abständen von 3 – 6 Monaten überprüft werden.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance zwischen 10 und 30 ml/min/1.73 m2) ist die empfohlene Dosis 1 Filmtablette täglich oder 1 Filmtablette jeden zweiten Tag.
Kinder und Jugendliche
Da keine ausreichenden Daten vorliegen, wird die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber Trospiumchlorid oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung
- Patienten mit Harnverhaltung
- Schwere gastrointestinale Dysfunktionen (inklusive toxischem Megakolon und schwerer Colitis ulcerosa)
- Myasthenia gravis
- Engwinkelglaukom
- Tachyarrhythmie.
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
Trospiumchlorid sollte nur mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten
- mit obstruktiven Zuständen des Gastrointestinaltraktes (z.B. Pylorusstenose)
- mit Behinderung des Harnabflusses mit dem Risiko der Restharnbildung
- mit autonomer Neuropathie
- mit einer Hiatushernie
- mit Refluxösophagitis
- sowie bei Patienten, bei denen eine schnelle Herzschlagfolge nicht erwünscht ist, z.B. jenen mit Hyperthyreose, koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz
- mit leicht bis mittelschwer eingeschränkter Leberfunktion
- mit eingeschränkter Nierenfunktion (Trospiumchlorid wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Bei Patienten mit starker Einschränkung der Nierenfunktion wurden beträchtliche Erhöhungen der Plasmaspiegel beobachtet. Siehe «Dosierung/Anwendung»).
Da keine Daten aus klinischen Studien zur Verwendung von Trospiumchlorid bei starker Einschränkung der Leberfunktion vorhanden sind, wird die Anwendung bei diesen Patienten nicht empfohlen.
Vor Beginn einer Therapie sollten organische Ursachen für Pollakisurie und Drangsymptomatik, wie Herz- oder Nierenkrankheiten, Polydipsie, sowie Infektionen und Tumoren der Harnorgane ausgeschlossen werden.
Spasmex 20 mg, Filmtabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Interaktionen
Pharmakokinetische Interaktionen
Bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die Stoffe wie Guar, Colestyramin und Colestipol enthalten, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Resorption von Trospiumchlorid verringert wird. Deshalb wird die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die diese Stoffe enthalten, nicht empfohlen.
Untersuchungen zu stoffwechselbedingten Wechselwirkungen mit Trospiumchlorid wurden in vitro mit Cytochrom P 450 Enzymen, die am Arzneimittelstoffwechsel beteiligt sind, durchgeführt (P450 1A2, 2A6, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1, 3A4). Dabei wurde kein Einfluss von Trospiumchlorid auf deren metabolische Aktivität festgestellt. Da Trospiumchlorid nur zu einem geringen Teil verstoffwechselt wird und eine Esterhydrolyse den einzigen relevanten Stoffwechselweg darstellt, werden keine stoffwechselbedingten Wechselwirkungen erwartet.
Pharmakodynamische Interaktionen
Mögliche Wechselwirkungen sind
- Verstärkung der Wirkung von Substanzen mit anticholinergen Eigenschaften (Amantadin, trizyklischen Antidepressiva, Chinidin, Antihistaminika und Disopyramid)
- Verstärkung der tachykarden Wirkung von Beta-Sympathomimetika
- Abschwächung der Wirkung von Prokinetika (z.B. Metoclopramid, Cisaprid).
Da Trospiumchlorid die gastrointestinale Motilität und Sekretion beeinflussen kann, kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, dass die Resorption anderer, gleichzeitig eingenommener Arzneimittel verändert wird.
Schwangerschaft/Stillzeit
Schwangerschaft
Für Trospiumchlorid liegen keine hinreichenden tierexperimentellen Studien zur Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung, Entwicklung des Föten und/oder die postnatale Entwicklung vor (s. «Präklinische Daten»). Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Trospiumchlorid in die Muttermilch übergeht. Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Trospiumchlorid in die Milch von Ratten ausgeschieden wird.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
Störungen der Akkommodation sind eine der Hauptursachen für eine beeinträchtigte Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr und zum Bedienen von Maschinen.
Die Messung von weiteren Parametern zur Abschätzung der Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr (visuelle Orientierung, allgemeines Reaktionsvermögen, Stressreaktion, Konzentrationsfähigkeit und motorische Fähigkeiten) haben jedoch keinen negativen Einfluss von Trospiumchlorid auf diese Parameter gezeigt.
Unerwünschte Wirkungen
Bei der Behandlung mit Spasmex 20 mg, Filmtabletten kann es zu anticholinergen Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Dyspepsie und Verstopfung kommen.
Häufigkeiten
Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1'000), sehr selten (<1/10'000).
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: anaphylaktische Reaktion.
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Kopfschmerz.
Selten: Schwindel.
Augenerkrankungen
Selten: Akkomodationsfehler (besonders bei Patienten, die hyperop und nicht ausreichend korrigiert sind).
Herzerkrankungen
Gelegentlich: Tachykardie.
Nicht bekannt: Tachyarrhythmia.
Erkrankung der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums
Nicht bekannt: Dyspnoe.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig: Mundtrockenheit.
Häufig: Dyspepsie, Obstipation, Abdominalschmerz, Übelkeit.
Gelegentlich: Diarrhoe, Flatulenz.
Affektionen der Leber und Gallenblase
Nicht bekannt: Milder bis mässiger Anstieg der Transaminasen.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Selten: Ausschlag.
Sehr selten: Angioödem.
Nicht bekannt: Pruritus, Urtikaria, Stevens-Johnson Syndrom (SJS)/Toxische epidermale Nekrolyse (TEN).
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Selten: Myalgie, Arthralgie.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Selten: Störungen der Harnentleerung (z.B. Harnretention, Harnverhaltung).
Allgemeine Erkrankungen
Gelegentlich: Brustschmerzen.
Nicht bekannt: Schwäche.
Psychiatrische Erkrankungen
Nicht bekannt: Halluzination, Verwirrung, Agitiertheit. Diese Nebenwirkungen traten hauptsächlich bei älteren Patienten auf und können durch neurologische Erkrankungen und/oder durch gleichzeitige Einnahme weiterer anticholinerger Medikamente begünstigt werden.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
Überdosierung
Als höchste Einzeldosis wurde gesunden Probanden 360 mg Trospiumchlorid oral verabreicht. Hierbei traten Mundtrockenheit, Tachykardie und Miktionsbeschwerden verstärkt als Nebenwirkungen auf. Fälle schwerwiegender Überdosierung oder Vergiftung mit Trospiumchlorid sind bisher nicht bekannt geworden.
Anzeichen und Symptome
Als Zeichen einer Intoxikation sind verstärkte anticholinerge Symptome zu erwarten.
Behandlung
Bei Vorliegen einer Vergiftung sollten folgende Massnahmen ergriffen werden:
- Magenspülung und Verminderung der Resorption (z.B. Aktivkohle)
- lokale Gabe von Pilocarpin bei Glaukomkranken
- Katheterisierung bei Harnverhalt
- Gabe eines Parasympathomimetikums bei schweren Symptomen (z.B. Neostigmin)
- Gabe von Betablockern bei ungenügendem Ansprechen, ausgeprägter Tachykardie und/oder Kreislaufinstabilität (z.B. initial 1 mg Propranolol i.v. unter EKG- und Blutdruckkontrolle).
Eigenschaften/Wirkungen
ATC-Code
G04BD09
Pharmakotherapeutische Gruppe: Spasmolytikum/Urologikum
Wirkungsmechanismus
Trospiumchlorid, ein quartäres Ammoniumderivat des Nortropanols, gehört zur Stoffgruppe der Parasympatholytika oder Anticholinergika. Der Wirkstoff konkurriert konzentrationsabhängig und kompetitiv mit der körpereigenen Überträgersubstanz Acetylcholin um postsynaptische Bindungsstellen.
Trospiumchlorid besitzt eine hohe Affinität zu den M1, M2 und M3 Subtypen der Muskarinrezeptoren und bindet vernachlässigbar gering an nicotinische Rezeptoren.
Für die anticholinerge Wirkung von Trospiumchlorid ist vor allem der über die Muskarin-Rezeptoren vermittelte relaxierende Effekt an glattmuskulären Geweben und Organen wesentlich.
Pharmakodynamik
Keine Daten vorhanden.
Klinische Wirksamkeit
Sowohl in präklinischen als auch in klinischen Studien verminderte Trospiumchlorid den Tonus der glatten Muskeln im Bereich des Magen-Darm- und des Urogenitaltraktes. Es hemmt die Bronchial-, Speichel- und Schweisssekretion sowie die Akkommodation. Zentrale Effekte wurden bislang nicht beobachtet.
Pharmakokinetik
Absorption
Nach oraler Applikation von Trospiumchlorid werden nach 4 ‑ 6 Stunden maximale Blutspiegelwerte erreicht.
Nach einer Einmalgabe von 20 mg beträgt die maximale Plasmakonzentration 4 ng/ml. Innerhalb des untersuchten Dosisbereiches von 20 bis 60 mg als Einzelgaben liegen die Plasmakonzentrationen proportional zur verabreichten Dosis. Die absolute Bioverfügbarkeit einer Einmalgabe von 20 mg Trospiumchlorid liegt bei 9.6 ± 4.5% (durchschnittlicher Wert ± Standardabweichung). In einem steady state liegt die intraindividuelle Variabilität bei 16%, die interindividuelle Variabilität bei 36%. Die Bioverfügbarkeit von Trospiumchlorid wird durch eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme (vor allem bei Nahrung mit hohem Fettanteil) verringert. Nach einer fettreichen Mahlzeit fallen die mittleren Cmax und AUC-Werte auf 15 ‑ 20% der Werte im Nüchternzustand.
Trospiumchlorid zeigt eine tageszeitabhängige Variabilität der Exposition durch eine Verringerung der Cmax und AUC-Werte nach am Abend verabreichten Dosen im Vergleich zur morgendlichen Einnahme.
Distribution
Die Plasmaproteinbindung beträgt 50 ‑ 80%.
Metabolismus
Die überwiegende Menge des systemisch verfügbaren Trospiumchlorids wird unverändert, ein geringerer Teil (ca. 10%) als Spiroalkohol, dem durch Hydrolyse der Esterbindung entstehenden Metaboliten, renal ausgeschieden.
Elimination
Die Eliminationshalbwertzeit ist sehr variabel und beträgt bei oraler Verabreichung im Mittel 10 – 20 Stunden. Es tritt keine Akkumulation auf.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Pharmakokinetische Daten ergaben keine wesentlichen Unterschiede bei älteren Patienten, sowie keine Geschlechtsunterschiede.
In einer Studie bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 8 – 32 ml/min) war die durchschnittliche AUC 4‑fach und die Cmax 2‑fach erhöht. Die Halbwertzeit war gegenüber gesunden Personen 2‑fach verlängert. Es sind keine Studien bei Patienten mit geringerem Grad der Einschränkung der Nierenfunktion bekannt.
Pharmakokinetische Ergebnisse einer Studie mit Patienten mit leichter bis moderater Einschränkung der Leberfunktion geben keinen Hinweis auf eine notwendige Dosisanpassung bei diesen Patienten und stimmen mit der begrenzten Rolle des hepatischen Metabolismus bei der Elimination von Trospiumchlorid überein.
Präklinische Daten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Reproduktionstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Trospiumchlorid passiert bei der Ratte die Plazenta und geht in die Milch des Muttertieres über.
Sonstige Hinweise
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 30 °C lagern. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Zulassungsnummer
62507 (Swissmedic).
Zulassungsinhaberin
Zeller Medical AG, CH-8590 Romanshorn.
Stand der Information
Dezember 2019.