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HYDROCORTONE tablet 10 mg - PrimeCare Global
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HYDROCORTONE tablet 10 mg

HYDROCORTONE Tabl 10 mg

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Inhaltsverzeichnis...
Manufacturer
Product code
7753272
EAN [GTIN]
7680189790010
ATC
H02AB09
SwissMedic category
B
Origin country
CH

Analogues of the product based on the Anatomical Therapeutic Chemical (ATC) Classification - H02AB09

Description - HYDROCORTONE tablet 10 mg

Swissmedic-genehmigte Patienteninformation

Hydrocortone Tabletten

Mepha Pharma AG

Was ist Hydrocortone und wann wird es angewendet?

Hydrocortone enthält als Wirkstoff Hydrocortison, ein sogenanntes Kortikosteroid. Hydrocortison wird im Körper von der Nebennierenrinde produziert. Es beeinflusst lebenswichtige Vorgänge im Körper wie z.B. den Flüssigkeitshaushalt, den Mineralstoffwechsel und die Anpassung des Organismus an Belastungssituationen. Überdies hemmt es entzündliche und allergische Reaktionen.Hydrocortone Tabletten werden auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Behandlung folgender Erkrankungen angewendet:

  • schweren Allergien oder allergischen Zuständen, die auf herkömmliche Arzneimittel nicht ansprechen: z.B. saisonbedingter oder chronischer Heuschnupfen, Bronchialasthma, allergische Hautkrankheiten, Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel;rheumatischen Erkrankungen, als Kurzzeittherapie während einer akuten Phase oder bei Verschlimmerung der Krankheit: z.B. chronische Polyarthritis, Arthrosen, Entzündungen der Schleimbeutel oder Sehnenscheiden, Tennisellbogen;Erkrankungen der Haut: z.B. Schuppenflechte, schwere Ausschläge oder Entzündungen;schweren Allergien oder Entzündungen der Augen;bestimmten angeborenen oder erworbenen Blutkrankheiten: z.B. gewisse Formen von Mangel an Blutplättchen und roten Blutkörperchen, Leukämie,Magendarmkrankheiten: während kritischen Phasen von Colitis ulcerosa oder Enteritis regionalis (geschwürartige Darmwandzerstörung);Erkrankungen der Atemwege;Flüssigkeitsansammlungen in den Geweben (Ödeme);hormonellen Störungen bei Erkrankung der Nebennierenrinde oder der Schilddrüse;Geschwüren der Lymphknoten (Lymphome);gewisse Formen von Lungentuberkulose und tuberkulöser Hirnhautentzündung;Überempfindlichkeitsreaktionen bei Trichinenbefall (Wurmerkrankung):Knochenstörungen mit Erhöhung des Calcium im Blut als Folge von Tumorerkrankungen.

In der Regel wird Hydrocortone nicht als Ersatz, sondern zusätzlich zur Behandlung der Grundkrankheit verwendet.

Was sollte dazu beachtet werden?

Die Beachtung der folgenden Empfehlung trägt bei einer Langzeitbehandlung zur Verbesserung der Verträglichkeit von Hydrocortone bei:

  • Limitierung der Kalorienzufuhr, um eine Gewichtszunahme zu vermeidenZurückhaltung mit Salz und Zucker;möglichst kaliumreiche Ernährung (Obst und Gemüse, speziell Aprikosen und Bananen, Orangensaft);ausreichend Calciumzufuhr (Milch, Milchprodukte);

ausreichend Eiweiss in der Nahrung.

Wann darf Hydrocortone nicht angewendet werden?

Bei Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff Hydrocortison oder einen der Hilfsstoffe.Eine längerdauernde Behandlung mit Hydrocortone darf nicht erfolgen bei folgenden Krankheiten bzw. Zuständen: Magen- und Darmgeschwüren, Allgemeininfektion durch Amöben oder Pilze, Viruserkrankungen (Herpes, Gürtelrose, Windpocken, Kinderlähmung), schwerem Knochenschwund (Osteoporose), erhöhtem Augeninnendruck (grüner Star, Glaukom), Lymphknotenveränderungen nach Tuberkulose-Impfung, psychiatrische Erkrankungen.In Notfällen kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin jedoch entscheiden, Ihnen auch bei diesen Krankheiten die Tabletten für eine kurzfristige (höchstens einige Tage dauernde) Behandlung zu verschreiben.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Hydrocortone Vorsicht geboten?

Bei den folgenden Erkrankungen darf Hydrocortone nur unter spezieller Vorsicht angewendet werden; informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an einer dieser Erkrankungen leiden:Tuberkulose, Viruserkrankungen (Herpes, Gürtelrose und Windpocken; jedoch keine längerdauernde Behandlung), Infektionen durch Amöben (keine längerdauernde Behandlung), Wurmbefall, Abszesse oder andere eitrige Entzündungen, hoher Blutdruck, Herzschwäche, Herzinfarkt, geschwürartige Darmwandzerstörung (Colitis ulcerosa) mit drohendem Durchbruch, Magen- oder Darmgeschwüre (keine längerdauernde Behandlung), Entzündungen von Darmausstülpungen (Divertikulitis), Leberzirrhose (chronische Leberveränderungen), Nierenfunktionsstörungen, Schilddrüsenunterfunktion, Phäochromozytom (ein Tumor der Nebenniere), Epilepsie, Migräne, Myasthenia gravis (eine Form von Muskelschwäche), Neigung zu Blutgerinnseln, psychiatrische Erkrankungen (keine längerdauernde Behandlung).Bei Frauen in oder nach den Wechseljahren, aber auch bei betagten männlichen Patienten wird der Arzt bzw. die Ärztin wegen der erhöhten Neigung zu Knochenschwund die Behandlung mit Hydrocortone besonders sorgfältig überwachen.Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ärztin unbedingt mit, wenn Sie an Zuckerkrankheit leiden, denn durch die Behandlung mit Hydrocortone kann sich der Zuckerstoffwechsel verschlechtern. Bei zuckerkranken Patienten und solchen mit einer entsprechenden familiären Belastung wird der Arzt bzw. die Ärztin daher häufigere Kontrollen des Blutzuckers machen, und es kann möglich sein, dass er/sie die Dosierung der Arzneimittel gegen zu hohen Blutzucker neu festlegen muss. Hydrocortone soll bei Zuckerkranken nicht über längere Zeit angewendet werden.Da eine längerdauernde Einnahme von Kortikosteroiden zu einer Linsentrübung (grauer Star, Katarakt) oder erhöhtem Augeninnendruck (grüner Star, Glaukom) führen kann, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie möglicherweise periodisch vom Augenarzt bzw. von der Augenärztin untersuchen lassen. Wenn bei Ihnen verschwommenes Sehen oder andere Sehstörungen auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.Wenn Sie hohe Dosen von Hydrocortone einnehmen müssen, sollten Sie keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen erhalten; Impfungen mit abgetöteten Viren oder Virusteilen können durchgeführt werden, der Impfschutz ist aber möglicherweise vermindert. Wenn Sie weniger hohe Dosen von Hydrocortone einnehmen, können die notwendigen Impfungen durchgeführt werden.Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin unverzüglich, wenn im Laufe der Behandlung mit Hydrocortone eine Infektionskrankheit auftritt. Dies ist besonders wichtig, wenn Kinder an Windpocken oder Masern erkranken (bei Erwachsenen ist dies selten), da Windpocken oder Masern unter diesen Umständen eine schwere Verlaufsform annehmen können.Falls Sie sich einem medizinischen Test unterziehen, ist es wichtig, den betreffenden Arzt bzw. die betreffende Ärztin vorher darüber zu informieren, dass Sie Hydrocortone einnehmen, denn Hydrocortone kann die Untersuchungsergebnisse verfälschen.Da Kortikosteroide bei Kindern das Wachstum und die Entwicklung hemmen, sollte Hydrocortone nur mit grösster Vorsicht an Kindern verabreicht werden. Die Anweisungen des Arztes bzw. der Ärztin sind genau zu befolgen.Falls Hydrocortison bei Frühgeborenen angewendet wird, kann eine Überwachung der Herzfunktion und -struktur erforderlich sein.Viele andere Arzneimittel und Hydrocortone können sich bei gleichzeitiger Verabreichung gegenseitig in ihrer Wirkung abschwächen oder verstärken. Dazu gehören gewisse Antibiotika (Clarithromycin, Erythromycin, Rifampicin), Pilzmittel (Ketoconazol), Antimalariamittel (Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin), entzündungshemmende/schmerzlindernde Arzneimittel inkl. Acetylsalicylsäure (Aspirin), krampflösende Arzneimittel (Atropin), Arzneimittel zur Behandlung von Myasthenia gravis (Neostigmin, Pyridostigmin), Antidiabetika und Insulin (siehe weiter oben), blutdrucksenkende Arzneimittel, Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen, Antiepileptika (Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Carbamazepin), harntreibende Arzneimittel (Furosemid), Arzneimittel bei Herzschwäche (Digoxin),  immunsystemhemmende Arzneimittel (Methotrexat, Ciclosporin), weibliche Geschlechtshormone (Oestrogene), Arzneimittel zur Behandlung von Angstzuständen und anderen psychischen Erkrankungen, Asthmamittel (Salbutamol), Arzneimittel zur Tumorbehandlung (Cyclophosphamid). Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird darüber entscheiden, in welcher Form die Behandlung mit Hydrocortone und einem dieser Arzneimittel angepasst werden muss.Bei Behandlung mit Hydrocortone können Veränderungen der Stimmungslage, des Antriebs und der Konzentrationsfähigkeit auftreten, vor allem bei hohen Dosen. Beim Lenken von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen ist deshalb Vorsicht geboten.Die Anwendung von Hydrocortone kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die gesundheitlichen Folgen der Anwendung von Hydrocortone als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder wenn Sie andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden bzw. vor kurzem eingenommen oder äusserlich angewendet haben.Einige Arzneimittel können die Wirkungen von Hydrocortone verstärken und Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Sie möglicherweise sorgfältig überwachen, wenn Sie diese Arzneimittel einnehmen (einschliesslich einiger Arzneimittel gegen HIV, z.B. Ritonavir, Cobicistat).

Darf Hydrocortone während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Hydrocortone nur auf ausdrückliche ärztliche Verordnung und nur in Notfällen einnehmen. Bei einer vermuteten oder bestätigten Schwangerschaft sollten Sie unbedingt Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin verständigen.Sollte eine Behandlung mit Hydrocortone während der Schwangerschaft zwingend notwendig sein, wird der Arzt bzw. die Ärztin das Neugeborene nach der Geburt besonders sorgfältig auf Zeichen untersuchen, die auf Hydrocortone zurückzuführen sein könnten, und er bzw. sie wird gegebenenfalls eine geeignete Behandlung einleiten.Hydrocortone tritt in die Muttermilch über und kann so die Entwicklung Ihres Kindes beeinträchtigen. Während einer Behandlung mit Hydrocortone sollten Sie deshalb Ihr Kind nicht stillen.

Wie verwenden Sie Hydrocortone?

Die für den einzelnen Patienten bzw. die einzelne Patientin erforderliche Dosis ist von Fall zu Fall verschieden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird sie entsprechend der Art und Schwere Ihrer Krankheit und Ihrem Ansprechen auf die Behandlung festsetzen und je nach Situation schrittweise verringern oder erhöhen. Er bzw. sie wird auch entscheiden, ob eine Zusatzbehandlung oder eine Umstellung auf ein anderes Arzneimittel vom gleichen Typ wie Hydrocortone erforderlich ist.Hydrocortone wird wie vom Arzt bzw. von der Ärztin verschrieben ein- oder mehrmals täglich eingenommen. Nehmen Sie die Hydrocortone Tabletten unzerkaut während den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit ein.Für die Behandlung von Kindern wird der Arzt bzw. die Ärztin die Dosierung vor allem nach der Schwere der Krankheit und weniger nach dem Alter oder Körpergewicht festlegen.Wenn Sie einmal die Einnahme einer Dosis vergessen haben, holen Sie dies nach, sobald Sie sich daran erinnern. Sollte es jedoch bald Zeit für die nächste Dosis sein, lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie die Tabletten einfach weiter zu den gewohnten Zeiten und in der vom Arzt bzw. von der Ärztin verschriebenen Menge ein. Sie dürfen die Dosis auf keinen Fall verdoppeln. Sollten Sie einmal wesentlich mehr Tabletten als verschrieben eingenommen haben, müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin darüber informieren.Da unter einer Langzeitbehandlung mit Kortikosteroiden die Reaktion des Körpers auf plötzliche starke Belastungen («Stress», schwere Infektionen, Verletzungen oder operative Eingriffe) gestört ist, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin vor, während und nach solchen Situationen die Dosierung von Hydrocortone möglicherweise vorübergehend erhöhen oder Ihnen zusätzlich ein anderes Arzneimittel verschreiben. Nach einer Langzeitbehandlung ist die Reaktion auf Belastungen unter Umständen noch bis zu einem Jahr nach Absetzen der Behandlung gestört und macht in Stresssituationen eine vorbeugende Kortikosteroideinnahme erforderlich! Das Vorgehen wird von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin festgelegt.Nach abrupter Beendigung einer längerdauernden Behandlung mit Kortikosteroiden kann es zu Entzugserscheinungen wie Fieber, Unwohlsein, Muskel- oder Gelenkschmerzen, aber auch zu schweren oder sogar bedrohlichen Störungen kommen, die durch einen Funktionsausfall der Nebennieren verursacht werden. Deshalb darf eine längerdauernde Behandlung auf keinen Fall abrupt abgebrochen werden, sondern Hydrocortone muss unter ärztlicher Kontrolle sehr langsam und schrittweise (über mehrere Wochen bis Monate) abgesetzt werden.Nach einer Langzeitbehandlung ist es notwendig, dass Sie auch nach Absetzen von Hydrocortone weiterhin unter ärztlicher Kontrolle sind, damit wiederauftretende Beschwerden frühzeitig erkannt und behandelt werden können.Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Hydrocortone haben?

Die Nebenwirkungen von Hydrocortone sind von Dosis und Behandlungsdauer sowie von Alter, Geschlecht und Grundkrankheit abhängig. Bei kurzfristiger Anwendung ist Hydrocortone im Allgemeinen gut verträglich. Bei Verabreichung hoher Dosen oder im Verlauf einer länger dauernden Behandlung können jedoch folgende, für Kortikosteroide typische Nebenwirkungen auftreten:Flüssigkeitsansammlungen in den Geweben (Ödeme, z.B. Anschwellen von Händen und Füssen), Störungen des Salzhaushaltes (z.B. Verlust von Kalium und Calcium), Appetitzunahme, Gewichtszunahme, Fettverteilungsstörungen (wie Vollmondgesicht und sogenannte Stammfettsucht), Blutdruckanstieg, Herzbeschwerden, Muskelschwund, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, erhöhte Knochenbrüchigkeit (Osteoporose), Sehnenriss, Übelkeit, neues Auftreten oder Wiederaufbrechen von Magen-Darm-Geschwüren, Entzündung der Speiseröhre oder der Bauchspeicheldrüse, Blähungen, Knochenschmerzen, verzögerte Wundheilung, Hautveränderungen (dünne Haut, Akne, Hautrötung, Quaddelbildung, vermehrte oder verminderte Pigmentierung, rote Streifen, punktförmige Hautblutungen, Blutergüsse, übermässiges Schwitzen), Linsentrübung (grauer Star, Katarakt), erhöhter Augeninnendruck (grüner Star, Glaukom), verschwommenes Sehen, Erhöhung der Anfälligkeit für Infektionen, Bildung von Blutgerinnseln in den Blutgefässen (Thrombosen), Veränderungen bei den Blutzellen, psychische Veränderungen (mit Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen, die von Euphorie [gesteigertes Lebensgefühl] zu Depression und psychotischen Zuständen reichen können), Krämpfe, Schwindel, Kopfschmerzen, Störungen der Freisetzung der Geschlechtshormone (was beim Mann zu Impotenz und Brustentwicklung und bei der Frau zum Ausbleiben der Regelblutung und zur Zunahme der Körperbehaarung [Hirsutismus] führen kann), Überempfindlichkeitsreaktionen, Unwohlsein.Bei Kindern kann es zu Wachstumsstörungen kommen.Verdickung des Herzmuskels (hypertrophe Kardiomyopathie) bei Frühgeborenen.Unter einer Behandlung mit Kortikosteroiden kann eine Verschlechterung des Kohlenhydratstoffwechsels (Ausbildung einer Zuckerkrankheit) auftreten (sie oben: «Wann ist bei der Einnahme von Hydrocortone Vorsicht geboten?»).Die meisten Nebenwirkungen verschwinden nach Absetzen von Hydrocortone nach und nach.Insbesondere wenn folgende Zeichen der oben genannten Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren: starke Bauchschmerzen, starke Zunahme des Bauchumfanges oder veränderte Farbe des Stuhls (blutendes Magen-Darm-Geschwür), starker Durst oder Harndrang (Zuckerkrankheit), schnelle Gewichtszunahme (mehr als 2?3 kg in einer Woche), verstärkte Blutungsneigung, Augenschmerzen (grüner Star), Atembeschwerden oder Schmerzen in den Beinen (Gerinnselbildung).Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Lagerungshinweis

Hydrocortone soll nicht über 25°C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Was ist in Hydrocortone enthalten?

Wirkstoffe

Hydrocortone Tabletten enthalten als Wirkstoff Hydrocortison sowie Hilfsstoffe. Es gibt weisse Tabletten zu 10 mg (mit Bezeichnung «HYD10»).

Hilfsstoffe

Zulassungsnummer

18979 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Hydrocortone? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.Glasflaschen zu 25 Tabletten.Blisterpackungen zu 30 und 100 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2022 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.

Interne Versionsnummer: 6.1

27785 / 20.01.2022

Description for the doctor

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Hydrocortisonum.

Hilfsstoffe

Excipiens pro compresso.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 10 mg (mit Bezeichnung «HYD10»).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Allergien

Kontrolle von schweren oder invalidisierenden allergischen Zuständen, welche auf korrekte Behandlungsversuche mit konventionellen Mitteln nicht ansprechen:

  • Saisonale oder chronische allergische Rhinitis.
  • Bronchialasthma.
  • Kontaktdermatitis.
  • Atopische Dermatitis.
  • Serumkrankheit.
  • Arzneimittel-Überempfindlichkeitsreaktionen.

Rheumatische Erkrankungen

Zur Unterstützung als Kurzzeittherapie während einer akuten Phase oder Exazerbation folgender Krankheiten:

  • Arthritis bei Psoriasis.
  • Progredient chronische Polyarthritis einschliesslich jugendlicher PCP (in ausgewählten Fällen unter Umständen als niedrig dosierte Dauertherapie).
  • Ankylosierende Spondylitis.
  • Akute und subakute Bursitis.
  • Akute unspezifische Tendosynovitis.
  • Akute Gichtarthritis.
  • Posttraumatische Arthrose.
  • Synovitis bei Arthrose.
  • Epikondylitis.

Hautkrankheiten

  • Pemphigus.
  • Bullöse Dermatitis herpetiformis.
  • Schweres Erythema exsudativum multiforme (Stevens-Johnson-Syndrom).
  • Exfoliative Dermatitis.
  • Mycosis fungoides.
  • Schwere Psoriasis.
  • Schwere seborrhoische Dermatitis.

Augenkrankheiten

Schwere akute oder chronisch verlaufende allergische und entzündliche Erkrankungen des Auges und seiner Adnexen wie:

  • Allergische Konjunktivitis.
  • Keratitis disciformis (nur bei intakter Corneaoberfläche).
  • Allergische Hornhautrand-Ulzera.
  • Herpes zoster ophthalmicus (nur bei intakter Corneaoberfläche).
  • Iritis und Iridozyklitis.
  • Chorioretinitis.
  • Entzündung der vorderen Augenkammer.
  • Diffuse Uveitis posterior und Chorioiditis.
  • Optikusneuritis.
  • Ophthalmia sympathica.

Endokrine Störungen

  • Primäre oder sekundäre Nebennierenrindeninsuffizienz.
  • (Hydrocortison oder Cortison sind die Mittel der ersten Wahl; synthetische Analoge können gegebenenfalls zusammen mit Mineralkortikoiden verabreicht werden; bei Kindern ist die zusätzliche Behandlung mit Mineralkortikoiden besonders wichtig).
  • Kongenitale Nebennierenhyperplasie.
  • Nichteitrige Thyreoiditis.
  • Hyperkalzämie bei Karzinom.

Erkrankungen der Atmungsorgane

  • Symptomatische Sarkoidose.
  • Auf konventionelle Therapie nicht ansprechendes Löffler-Syndrom.
  • Berylliose.
  • Fulminante oder disseminierte Lungentuberkulose unter adäquater tuberkulostatischer Therapie.
  • Aspirationspneumonie.

Blutkrankheiten

  • Idiopathische thrombozytopenische Purpura bei Erwachsenen.
  • Sekundäre Thrombozytopenie bei Erwachsenen.
  • Erworbene (autoimmune) hämolytische Anämie.
  • Erythroblastopenie (Erythrozytenanämie).
  • Kongenitale (erythroide) hypoplastische Anämie.

Neoplastische Erkrankungen

Zur palliativen Behandlung von:

  • Leukämie und Lymphom des Erwachsenen.
  • Akuter Leukämie im Kindesalter.

Ödematöse Zustände

Bei nephrotischem Syndrom ohne Urämie vom idiopathischen Typ oder bei Lupus erythematodes, um eine Diurese oder die Remission einer Proteinurie zu induzieren.

Magendarm-Erkrankungen

Während einer kritischen Phase von:

  • Colitis ulcerosa.
  • Enteritis regionalis.

Verschiedene Erkrankungen

Tuberkulöse Meningitis mit bestehenden oder drohenden subarachnoidalem Block unter adäquater tuberkulostatischer Therapie.

Überempfindlichkeitsreaktionen bei Trichinose mit neurologischer Beteiligung oder Befall des Myokards.

Während Exazerbation oder als Erhaltungstherapie bei ausgewählten Fällen von:

  • Systemischem Lupus erythematodes.
  • Akuter rheumatischer Karditis.
  • Systemischer Dermatomyositis herpetiformis (Polymyositis).

Die Kortikosteroid-Therapie ergänzt in der Regel eine Basistherapie, ersetzt diese jedoch nicht.

Dosierung/Anwendung

Für die Therapie gelten folgende allgemeine Richtlinien:

Die Dosierung muss individuell der Schwere der Krankheit und dem Ansprechen des Patienten angepasst werden. Es sollte immer die niedrigste Dosis verwendet werden, um die Krankheit zu beherrschen.

Bei akuten Zuständen, welche eine rasche Besserung erfordern, können hohe Dosen angezeigt und kurzfristig unumgänglich sein. Eine hochdosierte Therapie sollte nur solange fortgesetzt werden, bis sich der Zustand des Patienten stabilisiert hat, üblicherweise nicht länger als 48–72 Stunden. Muss die hohe Dosierung über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden, empfiehlt sich zur Vermeidung einer Hypernaträmie die Verwendung eines Kortikosteroids mit geringerer Natriumretention, wie z.B. Methylprednisolon.

Wenn die Symptome ausreichend kontrolliert sind, sollte die niedrigste Dosierung, welche eine angemessene, aber nicht unbedingt vollständige Symptomfreiheit bringt, angewendet werden.

Falls die Behandlung mehr als einige Tage dauerte, sollte die Therapie mit Hydrocortone nicht sofort, sondern langsam, mit schrittweiser Reduktion der Tagesdosis beendet werden, um ein erneutes Ausbrechen der Krankheit und eine Nebennierenrinden-Insuffizienz zu verhindern.

Eine Langzeitbehandlung sollte nur nach sorgfältiger Beurteilung von Nutzen und Risiko durchgeführt werden. Wenn eine hohe Dosierung während längerer Zeit als notwendig erachtet wird, sollen die Patienten sorgfältig auf Zeichen überwacht werden, die eine Dosisreduktion oder Absetzen des Kortikosteroids nötig machen, wobei auch entschieden werden sollte, ob eine tägliche oder alternierende Therapie angezeigt ist.

Es sollen die üblichen Laboruntersuchungen wie Harnanalyse, Blutzucker zwei Stunden nach dem Essen, Blutdruckmessung und Körpergewicht sowie eine Thoraxaufnahme in regelmässigen Abständen durchgeführt werden. Unter hohen Dosen ist auch die Bestimmung des Serumkaliums ratsam. Bei Langzeittherapie von Patienten mit Ulkusanamnese oder beim Auftreten von Magenbeschwerden sollten Röntgenaufnahmen des oberen Magendarmtraktes gemacht werden.

Für den Fall, dass Hydrocortone eine Therapie mit einem anderen Glukokortikoid ersetzen soll, sind die Äquivalenzdosen zu berücksichtigen (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Die Tagesdosis wird je nach Indikation in einer oder mehreren (drei bis vier) Gaben verabreicht. Die Tabletten sollten mit einer Mahlzeit eingenommen werden.

Dosierungsrichtlinien

Bei chronischen, im Allgemeinen nicht lebensbedrohlichen Krankheiten beginnt man mit einer niedrigen Dosis (20 bis 40 mg/Tag) und steigert stufenweise bis zur unteren Grenze derjenigen Dosis, welche den gewünschten Grad der symptomatischen Besserung bewirkt.

Bei akuten, nicht lebensbedrohlichen Krankheiten variiert die Dosis zwischen 60 und 120 mg/Tag; jedoch können bei einigen Patienten höhere Dosen erforderlich sein.

Bei chronischer Nebennierenrindeninsuffizienz gibt man täglich 10 bis 20 mg, gelegentlich auch mehr, mit 4 bis 6 g Natriumchlorid oder einem Mineralkortikoid. Falls eine möglichst rasche Wirkung erforderlich ist, kann ein parenteral verabreichtes Kortikosteroid lebensrettend sein.

Bei kongenitaler Nebennierenhyperplasie beträgt die übliche Tagesdosis 10 bis 30 mg.

Bei chronischen, möglicherweise infausten Erkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes, Pemphigus, symptomatischer Sarkoidose wird eine Anfangsdosis von 60 bis 120 mg/Tag empfohlen; manche Patienten benötigen mehr.

Wenn es sich um eine akute, lebensbedrohliche Krankheit handelt, liegt die Anfangsdosis bei 100 bis 240 mg täglich und wird in mindestens 4 Einzelgaben verabreicht. Bei einigen Patienten muss die Dosis unter Umständen noch erhöht werden, um die Beherrschung des Zustandes zu sichern.

Bei akuter Leukämie und nephrotischem Syndrom werden 90 mg/Tag oder mehr empfohlen.

Dosisanpassung bei Stressbedingungen unter Langzeittherapie

Eine Langzeitbehandlung über mehr als 2 Wochen kann zu einer gestörten Reaktion in Belastungs- und Stresssituationen führen, was eine Anpassung (Erhöhung) der Kortikoid-Dosis an Stressbedingungen notwendig macht (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei Allgemeinkrankheiten: Verdopplung, evtl. Verdreifachung der zuletzt gegebenen Dosis.

Bei Patienten, die sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen, kann Hydrocortison i.v. alle 6 Stunden verabreicht werden. Die Dosis und Verabreichungsdauer werden abhängig sein vom klinischen Zustand des Patienten.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Leberinsuffizienz, Hypothyreose: Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz oder mit Hypothyreose kann die Wirkung von Hydrocortison durch die verzögerte Metabolisierung verstärkt sein. Eine Reduktion der Dosis kann erforderlich sein.

Niereninsuffizienz: Bei Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Pädiatrie: Bei Kleinkindern und Kindern müssen die empfohlenen Dosen im Allgemeinen herabgesetzt werden, aber die Dosierung sollte mehr auf die Schwere der Krankheit als auf Alter und Gewicht abgestellt werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Bei längerdauernder Anwendung, die über die Notfalltherapie und die Substitution hinausgeht: Magen- und Darmulzera, schwere Osteoporose, psychiatrische Anamnese, Herpes simplex, Herpes zoster (virämische Phase), Herpes corneae, Varizellen, Amöbeninfektion, Systemmykosen, Poliomyelitis mit Ausnahme der bulbärenzephalitischen Form, Lymphome nach BCG-Impfung, Eng- und Weitwinkelglaukom.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Mögliche Komplikationen unter einer Kortikosteroid-Therapie sind von der Höhe der Dosierung und der Dauer der Therapie abhängig. Deshalb sollte für jeden Patienten hinsichtlich Dosierung und Behandlungsdauer das Nutzen-Risiko-Verhältnis individuell beurteilt werden.

Langzeitbehandlung

Eine Langzeitbehandlung über mehr als 2 Wochen kann durch Hemmung der ACTH-Freisetzung zur NNR-Insuffizienz führen, und eine Atrophie der Nebennierenrinde zur Folge haben. Der Funktionsausfall der Nebennierenrinde kann bis zu einem Jahr und länger dauern und bedeutet für den Patienten ein lebensbedrohliches Risiko in Stress- und Belastungssituationen. Deshalb sollte bei Patienten, die während der Therapie ungewöhnlichen Belastungen ausgesetzt sind, zur Überbrückung die Dosis angepasst werden (siehe «Dosierung/Anwendung»). Ist die Kortikosteroid-Therapie beendet worden, sollte sie in jeder Stress-Situation während dieser Zeit wieder aufgenommen werden. Da die Mineralokortikosteroid-Ausschüttung ungenügend sein kann, sollte gleichzeitig Salz und/oder ein Mineralkortikoid verordnet werden.

Nach längerdauernder Steroidtherapie kann das Absetzen zu Symptomen des Steroid-Entzug-Syndroms führen, wie Fieber, Myalgie, Arthralgie und Unwohlsein. Diese Symptome können auch bei Patienten ohne erkennbare Nebenniereninsuffizienz auftreten.

Wirkung auf den Wasser-Elektrolyt-Haushalt

Mittlere und hohe Hydrocortison- oder Cortisondosen können Blutdruckanstieg, Salz- und Wasserretention sowie vermehrte Kaliumausscheidung bewirken. Diese Wirkungen sind bei Verabreichung synthetischer Kortikosteroide weniger häufig und treten nur bei hohen Dosen auf. Kochsalzrestriktion und Kaliumsubstitution können nötig sein. Alle Kortikosteroide vermehren die Kalziumausscheidung.

Gastrointestinale Wirkungen

Bei hohen Dosen wird zur Vermeidung peptischer Ulzera manchmal empfohlen, die Kortikosteroide mit Mahlzeiten einzunehmen und zwischen den Mahlzeiten Antazida zu verordnen.

Zeichen von peritonealer Reizung nach Magen-Darm-Perforationen oder einer Hämorrhagie (infolge eines peptischen Ulcus) können bei Patienten unter hochdosierter Kortikosteroid-Therapie minimal sein oder ganz fehlen.

Steroide sind vorsichtig anzuwenden bei unspezifischer Colitis ulcerosa mit Möglichkeit einer Perforation, bei Abszessen oder anderen pyogenen Infektionen, Divertikulitis, frischen Darmanastomosen, aktivem oder latentem peptischem Ulkus und Leberzirrhose (Wirkungsverstärkung von Glukokortikoiden).

Diverses

Bei Hyperkortizismus wird über mögliches Auftreten von Fettembolien berichtet.Steroide sind vorsichtig anzuwenden bei Niereninsuffizienz, Hypertonie, Herzinsuffizienz, Thromboseneigung, frischem Myokardinfarkt (Risiko einer Wandruptur des linken Ventrikels), Epilepsie, Migräne, Hypothyreose, psychotischen Erkrankungen in der Anamnese und Osteoporose.

Diabetes mellitus

Bei Diabetes mellitus ist Vorsicht geboten, da die Glukosetoleranz herabgesetzt werden kann. Ferner kann ein latenter Diabetes manifest werden.

Cushing Syndrom

Bei Auftreten eines Cushing-Syndroms ist die Dosis schrittweise zu verringern.

Anwendung bei ältere Patienten und Osteoporose

Bei postmenopausalen Frauen und geriatrischen Patienten besteht ein erhöhtes Risiko einer Osteoporose. Bei solchen Patienten sollte die Behandlung mit Glukokortikoiden mit der niedrigst benötigten Dosis durchgeführt werden, um die Krankheit zu beherrschen. Eine Osteoporose muss adäquat behandelt werden. Sollte sich eine Osteoporose trotz Behandlung nicht beherrschen lassen, ist die Hydrocortone-Therapie – ausser bei Vorliegen einer vitalen Indikation – abzusetzen.

Myasthenia gravis

Bei Behandlung der Myasthenia gravis mit Cholinesterasehemmern kann die Wirkung des Cholinesterasehemmers durch Glukokortikoide verringert und das Risiko einer Myastheniekrise erhöht werden. Eine Behandlung mit Cholinesterasehemmern sollte daher 24 Stunden vor der Verabreichung eines Glukokortikoides beendet werden (siehe «Interaktionen»).

Psychische und psychotische Störungen

Unter Kortikosteroid-Behandlung kann es zu psychischen Störungen kommen, die von Euphorie über Schlaflosigkeit, Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen sowie schweren Depressionen bis hin zu manifesten Psychosen reichen. Auch können sich eine bereits bestehende affektive Störung sowie die Neigung zu Psychosen durch Kortikosteroid-Wirkung verschlimmern. Dies gilt nicht für die Substitutionstherapie bei Patienten mit Nebennierenrindeninsuffizienz.

Sehstörungen

Nach längerer Kortikosteroid-Therapie können Katarakte, Glaukom mit möglicher Schädigung der Sehnerven auftreten. Eine periodische augenärztliche Untersuchung ist in Erwägung zu ziehen.

Bei Herpes simplex corneae sollen Kortikosteroide wegen der Möglichkeit einer Hornhautperforation vorsichtig verabreicht werden.

Bei der systemischen und topischen Anwendung von Kortikosteroiden können Sehstörungen auftreten. Wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen in Erwägung gezogen werden; diese umfassen unter anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z.B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemischer oder topischer Kortikosteroide gemeldet wurden.

Infektionen

Kortikosteroide können Zeichen von Infektionen verschleiern und neue bakterielle Infektionen können unter solcher Therapie auftreten. Ebenfalls können Sekundärinfektionen durch Pilze und Viren begünstigt werden.

Varizellen und Masern

Varizellen und Masern können unter Kortikosteroid-Therapie eine schwere Verlaufsform annehmen und sogar tödlich enden. Sie erfordern eine sofortige antivirale Behandlung, z.B. mit Aciclovir i.v. Bei Risikopatienten ist eine Prophylaxe mit Aciclovir oder eine passive Immunprophylaxe mit Varizella-Zoster-Immunglobulin resp. Immunglobulinen (Masern) angezeigt.

Tuberkulose

Kortikosteroide sollten bei aktiver Tuberkulose nur bei fulminantem oder disseminierendem Verlauf und nur zusammen mit geeigneter tuberkulostatischer Therapie eingesetzt werden. Patienten mit latenter Tuberkulose oder positiver Tuberkulinreaktion müssen streng überwacht werden, da die Krankheit während einer Kortikosteroid-Therapie reaktiviert werden könnte. Diese Patienten sollten unter Langzeittherapie mit Kortikosteroiden prophylaktisch tuberkulostatisch behandelt werden.

Systemische Pilzinfektionen

Kortikosteroide können systemische Pilzinfektionen verschlimmern und sollten deshalb nur in Notfällen zur Beherrschung von lebensbedrohenden unerwünschten Reaktionen nach Therapie mit Amphotericin B gegeben werden. Ausserdem sind Fälle bekannt, in denen die gleichzeitige Verabreichung von Amphotericin B und Hydrocortison zu Herzerweiterung und Stauungsinsuffizienz geführt hat.

Malaria

Bei zerebraler Malaria ist die Anwendung von Kortikosteroiden assoziiert mit Verlängerung des Komas und höherem Auftreten von Pneumonien und gastrointestinalen Blutungen.

Amöbiase und Strongyloidiasis

Kortikosteroide können eine latente Amöbiase oder Strongyloidiasis aktivieren oder eine aktive Erkrankung verstärken. Deshalb wird empfohlen, eine latente oder aktive Amöbiase und Strongyloidiasis vor Beginn einer Kortikosteroid-Therapie bei allen Patienten auszuschliessen.

Impfungen

Impfungen mit Lebendvakzinen sind bei Personen, die immunsuppressive Dosen von Kortikosteroiden erhalten, kontraindiziert. Die Impfung mit inaktivierten Vakzinen oder Vakzinen mit Virusteilen kann zwar durchgeführt werden, kann jedoch bei gleichzeitiger Therapie mit immunsuppressiven Dosen von Kortikosteroiden zu einem Verfehlen des Impferfolges führen. Bei Patienten, die keine immunsuppressiven Dosen Kortikosteroide erhalten, können notwendige Impfungen durchgeführt werden.

Pädiatrische Patienten

Das Wachstum und die Entwicklung von Kleinkindern und Kindern unter Kortikosteroid-Langzeittherapie sollen sorgfältig überwacht werden.

Kortikosteroide können bei Kindern bei Langzeittherapie eine signifikante Verminderung des Längenwachstums bewirken.

Nach Anwendung von Hydrocortison bei Frühgeborenen wurde über hypertrophe Kardiomyopathie berichtet. Daher sollten eine angemessene diagnostische Beurteilung und Überwachung der kardialen Funktion und Struktur erfolgen.

Männliche Patienten

Kortikosteroide können die Motilität und die Anzahl der Spermatozoen bei einigen Patienten erhöhen oder vermindern.

Antidopingtest

Die Anwendung von Hydrocortone kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Die gesundheitlichen Folgen der Anwendung von Hydrocortone als Dopingmittel können nicht abgesehen werden und dies kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

Interaktionen

Salicylate

Glukokortikoide vermindern die Serumspiegel von Salizylaten durch Erhöhung deren Ausscheidung und können deren Wirksamkeit erniedrigen. Bei Reduktion der Kortikosteroid-Dosis kann die Toxizität von Salizylaten zunehmen.

Acetylsalicylsäure sollte bei Patienten mit Hypoprothrombinämie nur vorsichtig gleichzeitig mit Kortikosteroiden verabreicht werden.

NSAR

Die ulzerogene Wirkung von nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAR) kann verstärkt werden.

Antikoagulantien

Kortikosteroide können die Wirkung von Cumarinantikoagulantien oder Heparin verstärken oder vermindern. Deshalb ist die Blutgerinnung zu kontrollieren und eventuell die Dosis anzupassen.

Diuretika

Patienten, bei welchen Kortikosteroide gleichzeitig mit kaliumausschwemmenden Diuretika eingesetzt werden, sollten sorgfältig bezüglich einer Hypokaliämie überwacht werden. Gegebenenfalls muss Kalium ersetzt werden.

Antihypertonika

Die Wirkung von Antihypertonika kann durch den mineralokortikoiden Effekt der Glukokortikoide herabgesetzt werden, was zu erhöhten Blutdruckwerten führen kann.

Kardioaktive Substanzen, Sympathomimetika

Die mineralokortikoide Wirkung von Kortikosteroiden kann die Kalium-Serumspiegel senken. Dieser Effekt kann die Toxizität von Digoxin und verwandten Herzglykosiden wie auch diejenige von Salbutamol erhöhen.

Antikonvulsiva

Phenytoin, Phenobarbital, Primidon und Carbamazepin können den metabolischen Abbau von Kortikosteroiden beschleunigen und so zu erniedrigten Plasmaspiegeln und verminderter Wirkung führen, was eine Dosisanpassung erforderlich machen kann.

Nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien

Kortikosteroide können die neuromuskuläre Blockierung vermindern oder verstärken (siehe auch «unerwünschte Wirkungen»).

Cholinesterasehemmer

Bei gleichzeitiger Anwendung von Hydrocortison mit Neostigmin oder Pyridostigmin kann eine Myasthenie-Krise auftreten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Psychotherapeutika

Vorbestehende affektive Störungen und die Neigung zu Psychose können durch Kortikosteroide verschlimmert werden, wodurch die Wirkung von Anxiolytika und Antipsychotika verringert werden kann. Die Dosis der Psychotherapeutika ist bei Bedarf anzupassen.

Antidiabetika

Aufgrund des diabetogenen Effekts der Kortikosteroide müssen bei gleichzeitiger Verabreichung von Insulin oder oralen Antidiabetika die Blut-Glukosespiegel überwacht werden, und die Dosierung der Antidiabetika ist gegebenenfalls zu erhöhen.

Estrogene

Estrogene können die Blutspiegel von Kortikosteroiden erhöhen.

Impfstoffe

Lebendvirusimpfstoffe, z.B. gegen Poliomyelitis, Varizellen, Mumps, Masern und Röteln können wegen der immunsupprimierenden Wirkung der Kortikosteroide zu schweren disseminierten viralen Infektionen führen. Bei inaktivierten Impfstoffen kann die Impfantwort reduziert sein.

Immunsuppressiva

Die synergistische immunsupprimierende Wirkung von Methotrexat und Glukokortikoiden kann eine Herabsetzung der Dosierung von einer oder beiden Substanzen erforderlich machen.

Ciclosporin

Die Blutspiegel von Ciclosporin werden erhöht. Es besteht eine erhöhte Gefahr zerebraler Krampfanfälle. Mit Ciclosporin müssen die Ciclosporinspiegel überwacht und die Dosis wenn nötig angepasst werden.

Zytostatika

Die Aktivität von Cyclophosphamid kann abgeschwächt sein.

Antibiotika/Antimykotika

Troleandomycin, Erythromycin, Clarithromycin und Ketoconazol hemmen die Metabolisierung und verstärken die Wirkungen und Nebenwirkungen von Hydrocortison. Rifampicin kann den Metabolismus induzieren und die Wirksamkeit von Hydocortison reduzieren; eine Dosisanpassung kann notwendig sein.

Anticholinergika

Atropin und andere Anticholinergika können einen bereits durch Hydrocortison gesteigerten Augeninnendruck weiter erhöhen.

CYP3A4 Hemmstoffe

Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren wie Cobicistat und Ritonavir  ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer Nebenwirkungen der Kortikosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische Kortikosteroide-Nebenwirkungen überwacht werden.

Praziquantel

Durch Kortikosteroide ist ein Abfall der Praziquantel- Konzentration im Blut möglich.

Chloroquin, Hydroxychloroquin, Mefloquin

Es besteht ein erhöhtes Risiko des Auftretens von Myopathien, Kardiomyopathien.

Somatropin

Die Wirkung von Somatropin kann bei Überdosierung von Hydrocortison vermindert werden.

Protirelin

Der TSH-Anstieg bei Gabe von Protirelin kann reduziert sein.

Schwangerschaft/Stillzeit

Tierstudien haben unerwünschte Wirkungen auf den Fötus gezeigt. Es existieren keine kontrollierten Humanstudien. Wie alle Glukokortikoide passiert auch Hydrocortison die Plazentaschranke. Bei Langzeittherapie während der Schwangerschaft sind deshalb z.B. intrauterine Wachstumsstörungen nicht auszuschliessen. Bei einer Behandlung mit superphysiologischen Dosen zum Ende der Schwangerschaft kann für den Fötus die Gefahr einer Atrophie der Nebennierenrinde bestehen.

Hydrocortone soll während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig notwendig (z.B. als Substitutionstherapie bei Nebennierenrindeninsuffizienz). Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft höhere Kortikosteroid-Dosen erhalten haben, sollten sorgfältig auf Zeichen von Nebennierenrindeninsuffizienz und auf die Notwendigkeit einer ausschleichenden Substitutionsbehandlung überwacht werden.

Die Patientin sollte informiert werden, bei einer vermuteten oder eingetretenen Schwangerschaft unbedingt den Arzt zu verständigen.

Hydrocortison tritt in die Muttermilch über und kann das Wachstum und die Nebennierenrinden-Funktion des Säuglings beeinträchtigen. Mütter, die pharmakologische Dosen von Hydrocortison einnehmen, sollten deshalb abstillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund von Nebenwirkungen wie Veränderung der Stimmungslage, des Antriebs und der Konzentrationsfähigkeit kann die Fähigkeit zum Lenken eines Fahrzeuges oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen sind von Dosis und Behandlungsdauer sowie von Alter, Geschlecht und Grundkrankheiten des Patienten abhängig. Bei einer kurzfristigen Behandlung ist das Risiko unerwünschter Wirkungen gering. Insbesondere bei längerdauernder hochdosierter Therapie können die bekannten Nebenwirkungen der Glukokortikoide mit folgender Häufigkeit auftreten: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1'000, <1/100), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Infektionen

Maskierung von Infektionen, Aktivierung latenter Infektionen, opportunistische Infektionen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen des Immunsystems

Angioneurotisches Ödem, supprimierte Reaktionen auf Hauttests.

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum Schock (insbesondere bei Patienten mit Asthma bronchiale und nach Nierentransplantation).

Endokrine Erkrankungen

Entwicklung eines cushingoiden Zustands, sekundäre Nebennierenrinden- und Hypophyseninsuffizienz (besonders bei Stress infolge Trauma, chirurgischen Eingriffen oder Krankheiten – siehe «Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Störungen der Sexualhormonsekretion (Gonadotropin-Funktion), Hirsutismus, Wachstumshemmung/-verzögerung bei Kindern.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Natriumretention, Wasserretention, hypokaliämische Alkalose, Kaliumverlust, vermehrte Kalzium- und Phosphatausscheidung, verminderte Kohlenhydrattoleranz, Hyperglykämie, Manifestwerden von latentem Diabetes mellitus, erhöhter Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika bei Diabetikern, negative Stickstoffbilanz infolge Eiweissabbaus, vermehrter Appetit, Gewichtszunahme.

Fettverteilungsstörungen wie Vollmondgesicht, Stammfettsucht, sehr selten auch reversible epidurale mediastinale oder epikardiale Lipomatosen.

Psychiatrische Erkrankungen

Euphorie, Schlaflosigkeit, Stimmungsänderungen, Persönlichkeitsveränderungen, schwere Depressionen. Bereits bestehende affektive Störungen sowie die Neigung zu Psychosen können sich verschlimmern.

Erkrankungen des Nervensystems

Konvulsionen, Kopfschmerzen, erhöhter intrakranieller Druck mit Papillenödem (Pseudotumor cerebri) im Allgemeinen im Anschluss an Behandlungen.

Augenerkrankungen

Katarakt, erhöhter Augeninnendruck, Glaukom, Exophthalmus.

Selten: verschwommenes Sehen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Schwindel.

Herzerkrankungen

Stauungsinsuffizienz bei empfindlichen Patienten, Myokardruptur nach kürzlichem Myokardinfarkt.

Nicht bekannt: hypertrophe Kardiomyopathie bei Frühgeborenen.

Gefässerkrankungen

Petechien, Hypertonie, Thromboembolien, Vaskulitis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Ulcus pepticum mit möglicher Perforation und Blutung, Perforation von Dünn- und Dickdarm (insbesondere bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen), Pankreatitis, abdominale Blähung, ulceröse Ösophagitis, Übelkeit.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Abnormales Haarwachstum, dünne und leicht verletzliche Haut, Ekchymosen, Erythem, übermässiges Schwitzen, allergische Dermatitis, Urtikaria, Akne, verzögerte/beeinträchtigte Wundheilung, kutane/subkutane Atrophie, Hypo- oder Hyperpigmentierung, steriler Abszess, Striae.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Steroidmyopathie, Muskelschwund, Osteoporose, Wirbelkompressionsfrakturen, aseptische Femur- und Humeruskopfnekrose, pathologische Frakturen langer Knochen, Sehnenriss (insbesondere der Achillessehne).

Muskelschwäche (bei Patienten mit Myasthenia gravis kann eine reversible Verschlechterung der Muskelschwäche auftreten, die zu einer myasthenischen Krise fortschreiten kann).

Auslösung einer akuten Myopathie bei zusätzlicher Anwendung von nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien (siehe auch unter «Interaktionen»).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Menstruationsstörungen, Impotenz.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Unwohlsein.

Untersuchungen

Unter der Therapie mit Hydrocortone kann es des Weiteren zu folgenden Veränderungen von Laborwerten kommen:

Blut: erniedrigte Werte für Testosteron, Kalium, TSH, Thyroxin, T3; erhöhte Werte für Glukose, Cholesterin, Natrium, Chlorid.

Urin: erniedrigte Werte für 17-Ketosteroide; erhöhte Werte für Creatinin, Kalzium und Glukose (bei Prädisposition).

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Die akute Toxizität von Kortikosteroiden ist gering. Berichte über akute Intoxikationen und/oder Tod nach Überdosierung von Glukokortikoiden sind selten.

Im Falle einer Überdosierung steht kein spezifisches Antidot zur Verfügung, die Behandlung ist unterstützend und symptomatisch.

Hydrocortison ist dialysierbar.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code

H02AB09

Die Wirkung von Hydrocortison beruht wie die aller Glukokortikoide auf der Anregung oder Hemmung der Synthese spezifischer Proteine in der Zelle. Diese sind biologisch aktiv und für die eigentlichen systemischen Wirkungen verantwortlich. Weil dieser Wirkmechanismus über den Zellkern verläuft, setzt die Wirkung auch bei parenteraler Verabreichung verzögert ein.

Die relative Äquivalenzdosis von Hydrocortison im Vergleich zu anderen Glukokortikoiden beträgt: 20 mg Hydrocortison = 25 mg Cortison = 5 mg Prednison bzw. Prednisolon = 4 mg Triamcinolon bzw. Methylprednisolon = 0,7 mg Dexamethason.

Pharmakokinetik

Absorption

Hydrocortison wird nach oraler Verabreichung rasch und fast vollständig resorbiert. Nach Verabreichung einer Dosis von 10 mg beträgt die maximale Plasmakonzentration durchschnittlich 199 ng/ml und wird nach 1 Stunde erreicht.

Distribution

Hydrocortison wird in einem hohen Masse (>90%) an Kortikosteroid-bindendes Globulin (Transcortin) und Albumin gebunden. Mit steigender Dosierung nimmt der Anteil an frei zirkulierendem (wirksamem) Kortikoid zu. Hydrocortison passiert die Blut-Hirn-Schranke und die Plazentarschranke und wird in die Muttermilch sezerniert. Zum Verteilungsvolumen liegen keine Angaben vor.

Metabolismus

Hydrocortison wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert v.a. durch Hydrogenierung und Konjugation (Glucuronidierung und Sulfatierung). Die Metaboliten sind pharmakologisch inaktiv.

Elimination

Die Elimination erfolgt über die Nieren, hauptsächlich in Form von Glucuroniden/Sulfaten und nur zu einem geringen Teil als unverändertes Hydrocortison (<1%). Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 1,5 Stunden, die biologische Halbwertszeit ist erheblich länger.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei Hypoalbuminämie und Hyperbilirubinämie kann der Anteil des ungebundenen (wirksamen) Hydrocortisons ansteigen. Bei schweren Lebererkrankungen (z.B. Hepatitis, Leberzirrhose) und Hypothyreose ist der Metabolismus von Hydrocortison verzögert, und seine Wirkung kann erhöht sein.

In der Schwangerschaft ist die Eliminationshalbwertszeit verlängert. Bei Neugeborenen ist die Clearance geringer als bei Kindern und Erwachsenen.

Präklinische Daten

Man verfügt über keine relevanten präklinischen Studien.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Kortikosteroide können den Nitroblau-Tetrazoltest auf bakterielle Infektionen beeinflussen und falsch negative Resultate vortäuschen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Hydrocortone Tabletten sind nicht über 25°C und für Kinder unerreichbar aufzubewahren.

Zulassungsnummer

18979 (Swissmedic).

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

September 2020.

Interne Versionsnummer: 4.1

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