GLICLAZID Mepha retard Depotabs 60 mg
Gliclazid Mepha Retard 60 mg 90 Depotabs
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Description - GLICLAZID Mepha retard Depotabs 60 mg
Swissmedic-genehmigte Patienteninformation
Gliclazid-Mepha 30/60 retard Depotabs®
Was ist Gliclazid-Mepha 30 retard /Gliclazid-Mepha 60 retard und wann wird es angewendet?
Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard ist ein Medikament, das den Blutzuckerspiegel senkt (orales Antidiabetikum aus der Klasse der Sulfonylharnstoffe).Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard wird bei Erwachsenen mit einer bestimmten Form von Diabetes (nicht insulinabhängiger Diabetes Typ 2) angewendet, wenn der Organismus noch in ausreichender Menge Insulin produziert, und wenn eine Diät, körperliche Betätigung und die Reduktion des Körpergewichts alleine nicht mehr ausreichen, um den Blutzuckerspiegel auf dem richtigen Niveau zu halten.
Was sollte dazu beachtet werden?
Während der Behandlung mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard ist der Konsum alkoholischer Getränke zu vermeiden.Eine wirksame Behandlung mit einem oralen Antidiabetikum erfordert, dass Sie die von Ihrem Arzt bzw. von Ihrer Ärztin bzw. von Ihrem Diabetiker-Beratungszentrum verordnete Diät genau einhalten. Die Diät ist die wichtigste Massnahme gegen Diabetes.Falls Sie Übergewicht haben, ist es unerlässlich, die Energiezufuhr einzuschränken und abzunehmen. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Einnahme eines oralen Antidiabetikums Ihnen erlaubt, Ihre Diät weniger streng einzuhalten.
Wann darf Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard nicht eingenommen / angewendet werden?
- Wenn Sie gegen Gliclazid oder gegen einen im Abschnitt «Was ist in Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard enthalten?» erwähnten Hilfsstoff, gegen andere Arzneimittel der gleichen Klasse (Sulfonylharnstoffe) oder mit Sulfonamiden verwandte Medikamente (gegen Infektionen) allergisch sind,bei insulinabhängigem Diabetes (Typ 1),wenn Sie Ketonkörper oder Zucker in Ihrem Urin haben (kann auf eine diabetische Ketoazidose hinweisen),bei diabetischem Präkoma oder Koma,bei schwerer Leber- oder Nierenerkrankung,wenn Sie Medikamente einnehmen, um eine Pilzinfektion zu behandeln (Miconazol, siehe «Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln»),wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe «Schwangerschaft und Stillzeit»),bei schweren Störungen der Nebennieren oder Schilddrüse.
Kinder und Jugendliche sollten Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard nicht einnehmen.
Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard Vorsicht geboten?
Die verordnete Diät und Behandlung sind streng einzuhalten.Dies bedeutet, dass Sie zusätzlich zur regelmässigen Einnahme der Depotabs auf Ihre Diät achten, sich körperlich betätigen und gegebenenfalls auch Gewicht verlieren müssen.Sofern die Dosierung von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard nicht geändert wurde, dürfen Sie keine plötzlichen Veränderungen Ihrer Kalorienzufuhr vornehmen. Bei der Einnahme von überhöhten Dosen von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard, bei einer unzureichenden oder unausgewogenen Ernährung oder bei unregelmässiger Einnahme des Arzneimittels oder der Mahlzeiten (z.B. wenn Sie Mahlzeiten überspringen, wenn Sie nüchtern bleiben oder unterernährt sind) besteht ein nicht vernachlässigbares Risiko, dass der Blutzuckerspiegel zu stark sinken könnte (Hypoglykämie).Während der Behandlung mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard ist eine regelmässige Kontrolle der Blutzuckerwerte (und allenfalls der Glykosurie) und des glykosylierten Hämoglobins (HbA1c) erforderlich.In den ersten Wochen der Behandlung kann das Risiko für eine übermässige Senkung Ihres Blutzuckers (Hypoglykämie) erhöht sein. Deshalb ist dann eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung notwendig.Eine Hypoglykämie kann auftreten:
- Wenn Sie Ihre Mahlzeiten unregelmässig einnehmen oder eine Mahlzeit überspringen,wenn Sie fasten,wenn sie unterernährt sind,wenn Sie Ihre Essgewohnheiten ändern,wenn Sie vermehrt körperlich aktiv sind und diese Aktivität nicht mit zusätzlichen Kohlenhydraten kompensieren,wenn Sie Alkohol trinken, insbesondere wenn Sie eine Mahlzeit überspringen,wenn Sie gleichzeitig andere Medikamente oder Naturheilmittel einnehmen,wenn Sie zu hohe Dosen Gliclazid einnehmen,wenn Sie an bestimmten Hormonstörungen leiden (funktionelle Störungen der Schilddrüse, der Hypophyse oder der Nebennierenrinde),wenn Sie eine stark eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion haben,wenn Sie an schweren und unstabilen Herz-Kreislaufkomplikationen leiden,wenn Sie an zerebrovaskulären Störungen leiden.
Wenn eine Hypoglykämie auftritt, können Sie folgende Symptome haben: Kopfschmerzen, starken Hunger, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Unruhe, Aggressivität, Konzentrationsmangel, verringerte Wachsamkeit und Reaktionszeiten, Depression, Verwirrtheit, Sprach- oder Sehstörungen, Zittern, Empfindungsstörungen, Schwindel und Ohnmachtsgefühl.Folgende Zeichen und Symptome können ebenfalls auftreten:Starkes Schwitzen, blasse und feuchte Haut, Angstzustände, Herzklopfen, Unwohlsein, Müdigkeit, Bluthochdruck, plötzliche intensive und starke Schmerzen in der Brust, welche in die Nachbarregionen (Angina pectoris) ausstrahlen können.Wenn der Blutzuckerspiegel weiter sinkt, kann es zu starker Verwirrung (Delirium), Krampfanfällen oder zum Verlust der Beherrschung kommen. Die Atmung wird oberflächlich und der Herzschlag verlangsamt sich, Sie können das Bewusstsein verlieren.Die Symptome der Hypoglykämie verschwinden in den meisten Fällen rasch, wenn Sie Zucker zu sich nehmen, z.B. in Form von Glukosetabletten, Würfelzuckern, Fruchtsäften oder gezuckertem Tee. Sie sollten daher stets Zucker mit sich tragen (Glukosetabletten, Würfelzucker). Merken Sie sich, dass Süssstoffe in diesem Fall unwirksam sind. Wenn der Zucker nicht wirkt oder die Symptome erneut auftreten, kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder das nächste Spital.Im Fall von Ohnmacht oder bei schweren Fällen (z.B. starker Verwirrtheit), muss unverzüglich der nächste Arzt oder das nächste Spital angerufen werden. Der Arzt bzw. die Ärztin kann Ihren Zustand in den folgenden 2 bis 5 Tagen überwachen und, falls nötig, die Dosierung des Medikaments anpassen.Die Symptome einer Hypoglykämie können fehlen, weniger ausgeprägt sein oder nur sehr langsam auftreten oder es ist möglich, dass Sie den Abfall Ihres Blutzuckerspiegels nicht rechtzeitig bemerken. Dies kann geschehen, wenn Sie ein älterer Patient sind, gewisse Medikamente einnehmen (z.B. Clonidin oder Betablocker).In Stresssituationen (z.B. bei Unfällen, Operationen, Fieber, Infektionen, etc.), ist es möglich, dass Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Behandlung für einen bestimmten Zeitraum auf Insulin umstellt.Die Symptome eines zu hohen Blutzuckerspiegels (Hyperglykämie) können auftreten, wenn Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard den Blutzucker nicht genügend gesenkt hat, wenn Sie den von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verschriebenen Behandlungsplan nicht beachtet haben, wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten oder in bestimmten Stresssituationen.Die Symptome einer Hyperglykämie sind:Durst, häufiges Wasserlassen, Mundtrockenheit, trockene und juckende Haut, Hautentzündungen und verminderte Leistung.Wenn diese Symptome auftreten, sollten Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. an Ihre Ärztin oder Apothekerin wenden.Eine Störung des Blutzuckers (zu niedriger oder zu hoher Zuckerspiegel im Blut) kann vor allem bei älteren Patienten auftreten, wenn Gliclazid gleichzeitig mit Arzneimitteln der Antibiotika-Klasse Fluorchinolone verschrieben wird. In diesem Fall wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin Sie an die Wichtigkeit der Überwachung Ihres Blutzuckerspiegels erinnern.
Einnahme anderer Arzneimittel
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin wenn Sie andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte) einnehmen, einnehmen werden oder vor kurzem eingenommen haben.Die blutzuckersenkende Wirkung von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard kann bei Einnahme eines der nachfolgenden Medikamente erhöht oder verringert werden:
- Andere Medikamente zur Behandlung von Hyperglykämie (orale Antidiabetika, GLP-1-Rezeptoragonisten oder Insulin),Bestimmte Antibiotika (z.B. Sulfonamide, Clarithromycin),Bestimmte Medikamente gegen hohen Blutdruck oder Herzinsuffizienz (Betablocker, ACE-Hemmer),Medikamente zur Behandlung von Pilzinfektionen (Miconazol, Fluconazol),Medikamente zur Behandlung von Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren,Medikamente zur Behandlung von Depressionen,Medikamente zur Behandlung von Gicht, Krebs, übermässigen Blutfettwerten, sowie Schmerzmittel, entzündungshemmende und antirheumatische Mittel sowie alkoholhaltige Medikamente.
Die Einnahme folgender Medikamente kann die blutzuckersenkende Wirkung von Gliclazid vermindern, wodurch es zu einer Hyperglykämie kommen kann:
- Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Chlorpromazin),Entzündungshemmende Medikamente (Corticosteroide),Zur Behandlung von Asthma und Asthmaanfällen verwendete Medikamente,Medikamente, die bei der Geburt, zur Behandlung von Brustproblemen, bei übermässigen Monatsblutungen und Endometriose verwendet werden, bestimmte Medikamente gegen Epilepsie, bestimmte Hormone (insbesondere solche, die zur Empfängnisverhütung oder zur Behandlung der Menopause sowie bei Funktionsstörungen der Schilddrüse verschrieben werden), bestimmte blutzuckerfördernde Medikamente,Medikamente aus Johanniskraut (Hypericum perforatum).
Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard kann die Wirkung bestimmter Blutverdünner verstärken.Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin vor der Einnahme anderer Medikamente.Wenn Sie sich ins Krankenhaus begeben müssen, informieren Sie das medizinische Personal, dass Sie Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard einnehmen.
Nahrungsmittel und Getränke
Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard kann mit den Mahlzeiten oder mit nicht alkoholischen Getränken eingenommen werden.Alkoholkonsum ist zu vermeiden, da Alkohol die Kontrolle Ihres Diabetes auf unvorhersehbare Art verändern kann.Gliclazid-Mepha retard enthält Lactose. Wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen gesagt hat, dass Sie eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern aufweisen, kontaktieren Sie ihn bzw. sie vor der Einnahme dieses Medikaments.Wenn bei Ihnen oder einem Familienmitglied die Veranlagung zu Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD) (Anomalie der roten Blutkörperchen) bekannt ist, sind eine Abnahme des Hämoglobinwerts und eine Ruptur der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie) möglich. Kontaktieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin vor der Einnahme dieses Medikaments.
Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!Ihre Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit kann beeinträchtigt sein, wenn Ihr Blutzucker zu niedrig (Hypoglykämie) oder zu hoch (Hyperglykämie) ist oder wenn Sehstörungen als Folge dieser Veränderungen des Blutzuckers auftreten. Denken Sie daran, dass Sie eine Gefahr für sich selbst und für andere sein können (z.B. beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen). Bitte fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, ob Sie ein Auto fahren dürfen, wenn
- Sie häufig Hypoglykämien haben.bei Ihnen wenig oder keine Alarmzeichen von Hypoglykämie auftreten.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie
- an anderen Krankheiten leiden,Allergien haben oderandere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen!
Darf Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?
Während der Schwangerschaft darf Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard nicht eingenommen und muss durch Insulin ersetzt werden. Wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder schwanger sind, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin damit Ihnen eine für diesen Fall angemessene Behandlung verschrieben werden kann.Da der Wirkstoff von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard in die Muttermilch übergeht, dürfen Sie Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard während der Stillzeit nicht einnehmen.Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin vor der Einnahme anderer Medikamente.
Wie verwenden Sie Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard?
Beachten Sie immer die ärztlich verschriebene Dosierung von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.Die Dosis wird vom Arzt bzw. der Ärztin anhand Ihres Blutzuckers und allfällig vorhandenem Zucker im Urin festgelegt.Jede Veränderung externer Faktoren (z.B. Gewichtsverlust, Veränderung des Lebensstils, Stress) oder eine bessere Kontrolle des Blutzuckers können eine Anpassung der Dosis von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard erfordern.Gliclazid-Mepha 30 retard: Die übliche Dosis beträgt 1 bis 4 Depotabs pro Tag (maximal 120 mg).Gliclazid-Mepha 60 retard: Die übliche Dosis beträgt eine halbe bis zwei Depotabs pro Tag (maximal 120 mg). Die Depotabs kann in gleiche Teile geteilt werden.Schlucken Sie die von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin verordnete Dosis auf einmal, ohne sie zu zerdrücken oder zu kauen.Die Depotabs sollten mit einem Glas Wasser und beim Frühstück eingenommen werden (vorzugsweise jeden Tag zur selben Zeit).Jeder Depotabseinnahme muss eine Mahlzeit folgen.Wenn Sie feststellen, dass Ihr Blutzuckerspiegel weiterhin hoch ist, obwohl Sie das Medikament gemäss Verschreibung einnehmen, kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.
Wenn Sie mehr Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard eingenommen haben als Sie sollten:
Wenn Sie zu viele Depotabs eingenommen haben, kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder die Notfallstation des nächstgelegenen Spitals. Anzeichen für eine Überdosierung sind diejenigen einer Hypoglykämie, beschrieben im Abschnitt «Wann ist bei der Einnahme von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard Vorsicht geboten?».
Wenn Sie vergessen, Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard einzunehmen:
Es ist wichtig, dass Sie Ihr Medikament jeden Tag einnehmen, da eine konstante Behandlung wirksamer ist.Wenn Sie jedoch eine Dosis von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard vergessen haben, nehmen Sie die nächste Dosis zur gewohnten Zeit ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, um die vergessene Dosis zu kompensieren.Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Welche Nebenwirkungen kann Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard haben?
Die häufigste Nebenwirkung ist die Hypoglykämie. Um die Anzeichen und Symptome zu erkennen, siehe «Wann ist bei der Einnahme von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard Vorsicht geboten?».
Leberstörungen
In Einzelfällen wurde von Störungen der Leberfunktion, welche eine Gelbfärbung der Augen und der Haut herbeiführen könnten, berichtet. In diesem Fall kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.
Hautreaktionen
Hautreaktionen wie Ausschlag, Rötung, Juckreiz, Nesselsucht, bullöse Reaktionen und Angioödem (rasche Gewebeanschwellung der Augenlider, Gesicht, Lippen, Mund, Zunge oder Hals, welche zu Atemproblemen führen können) wurden beschrieben. Schwere Hautreaktionen, welche zu generalisiertem Auftreten von Blasen und Abschuppungen der Haut führen können, können ebenfalls auftreten.Wenn Sie diese Hautreaktionen entwickeln, stoppen Sie die Einnahme von Gliclazid-Mepha retard, kontaktieren Sie sofort ihren Arzt und teilen Sie ihm mit, dass Sie dieses Medikament einnehmen. In seltenen Fällen wurde über Symptome schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet (DRESS-Syndrom); diese äussern sich zuerst als grippeähnliche Symptome mit Ausschlag im Gesicht, danach durch einen generalisierten Ausschlag mit Fieber.
Blutanomalien
Die Verminderung der Anzahl von Blutzellen (Blutplättchen, rote und weisse Blutkörperchen) kann für Blässe, Verlängerung der Blutungszeit, Blutergüsse, Halsschmerzen und Fieber verantwortlich sein.
Verdauungsstörungen
Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Durchfall und Verstopfung. Diese unerwünschten Wirkungen werden abgeschwächt, wenn Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard wie empfohlen mit dem Frühstück eingenommen wird.
Augenprobleme
Ihre Sicht kann vor allem zu Beginn der Behandlung für einige Zeit gestört werden. Dieser Effekt wird durch Veränderungen des Blutzuckerspiegels hervorgerufen.Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden ebenfalls beobachtet: Schwerwiegende Schwankungen in der Anzahl der roten Blutkörperchen und allergische Entzündungen der Blutgefässwände, tiefer Blutnatriumspiegel (Hyponatriämie mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwächegefühl, Koordinationsproblemen, Verwirrtheit), Symptome der Leberinsuffizienz (z.B. Gelbsucht). In den meisten Fällen verschwinden diese Wirkungen mit dem Absetzen der Sulfonylharnstoffe, doch in einzelnen Fällen können sie zu lebensgefährlicher Leberinsuffizienz führen.Bitte informieren Sie auch Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie andere Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind.
Was ist ferner zu beachten?
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Lagerungshinweis
Gliclazid-Mepha 30 retard: In der Originalverpackung und bei Raumtemperatur (15?25°C) lagern.Gliclazid-Mepha 60 retard: In der Originalverpackung und nicht über 30°C lagern.Für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Weitere Hinweise
Arzneimittel dürfen nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin, wie Sie unbenutzte Medikamente entsorgen sollen. Diese Massnahmen dienen dem Umweltschutz.Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
Was ist in Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard enthalten?
WirkstoffeGliclazid
Jede Retardtablette Gliclazid-Mepha 30 retard Depotabs enthält 30 mg Gliclazid.Jede Retardtablette Gliclazid-Mepha 60 retard Depotabs enthält 60 mg Gliclazid.
Hilfsstoffe
Gliclazid-Mepha 30 retard enthält die Hilfsstoffe Hypromellose, Lactose monohydrat (73.5 mg), Calciumcarbonat, hochdisperses Siliziumdioxid und Magnesiumstearat.Gliclazid-Mepha 60 retard enthält die Hilfsstoffe Hypromellose, Lactose monohydrat (93.4 mg), hochdisperses Siliziumdioxid und Magnesiumstearat.
Zulassungsnummer
58504, 65571 (Swissmedic).
Wo erhalten Sie Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard? Welche Packungen sind erhältlich?
In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.Gliclazid-Mepha 30 mg retard: 20, 30 oder 120 Depotabs in Blisterpackungen.Gliclazid-Mepha 60 mg retard (mit Bruchrille, teilbar): 30 oder 90 Depotabs in Blisterpackungen.
Zulassungsinhaberin
Mepha Pharma AG, Basel.
Diese Packungsbeilage wurde im September 2019 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.
Interne Versionsnummer: 6.1
Description for the doctor
Zusammensetzung
Wirkstoffe
Gliclazidum.
Hilfsstoffe
Depotabs 30 mg:
Hypromellosum, Lactosum monohydricum 73.5 mg, Calcii carbonas, Silica colloidalis anhydrica, Magnesii stearas.
Depotabs 60 mg:
Hypromellosum, Lactosum monohydricum 93.4 mg, Silica colloidalis anhydrica, Magnesii stearas.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit
Gliclazid-Mepha 30 retard Depotabs, Retardtabletten enthalten 30 mg Gliclazidum
Gliclazid-Mepha 60 retard Depotabs Retardtabletten enthalten 60 mg Gliclazidum.
Die Gliclazid-Mepha 60 retard Depotabs sind teilbar und weisen eine Bruchrille auf.
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
Nicht insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ 2), wenn Massnahmen wie eine Diät, körperliche Aktivität und die Reduktion des Körpergewichts nicht ausreichend sind.
Dosierung/Anwendung
Oral einmal täglich zum Frühstück einnehmen.
Nur für Erwachsene.
Die tägliche Dosis kann von 30 mg bis 120 mg variieren.
Gliclazid-Mepha 30 retard: 1 bis 4 Depotabs pro Tag.
Gliclazid-Mepha 60 retard: eine halbe bis 2 Depotabs pro Tag.
Es wird empfohlen, die halben oder ganzen Depotabs unzerdrückt und unzerkaut zu schlucken.
Sollte die Einnahme einer Dosis vergessen werden, darf die Dosis am folgenden Tag nicht erhöht werden.
Wie bei jeder Blutzucker senkenden Substanz muss die Dosis der metabolischen Antwort eines jeden Patienten angepasst werden (Blutzucker, Glykosurie, HbA1c).
Therapieeinleitung
Anfangsdosis
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 30 mg einmal täglich. Wenn diese Dosis den Blutzucker wirksam unter Kontrolle hält, kann sie als Erhaltungsdosis beibehalten werden.
Im Falle einer ungenügenden Kontrolle des Blutzuckers kann die Dosis auf 60, 90 oder 120 mg täglich schrittweise erhöht werden. Das Intervall vor jeder Dosiserhöhung soll mindestens 2 Wochen betragen.
Die empfohlene maximale tägliche Dosis beträgt 120 mg.
Eine Depotabs Gliclazid-Mepha 60 retard mit veränderter Wirkstofffreisetzung entspricht 2 Depotabs Gliclazid-Mepha 30 retard mit veränderter Wirkstofffreisetzung. Die Teilbarkeit der Gliclazid-Mepha 60 retard Depotabs mit veränderter Wirkstofffreisetzung erlaubt die Einnahme einer Dosis von 30 mg als halbe Depotabs oder einer Dosis von 90 mg als anderthalb Depotabs.
Umstellung von einem anderen oralen Antidiabetikum auf Gliclazid-Mepha 30 retard oder Gliclazid-Mepha 60 retard
Gliclazid-Mepha 30 retard oder Gliclazid-Mepha 60 retard können anstelle anderer oraler Antidiabetika angewendet werden.
Die Dosierung und die Halbwertszeit der vorgängigen Antidiabetika müssen bei einer Umstellung auf Gliclazid-Mepha 30 retard oder Gliclazid-Mepha 60 retard berücksichtigt werden.
Im Allgemeinen braucht es keine Übergangsphase. Man beginnt mit einer Anfangsdosis von 30 mg und passt diese anschliessend dem Blutzucker des Patienten wie oben beschrieben an.
Wird von einem Blutzucker senkenden Sulfonamid mit langer Halbwertszeit (z.B. Chlorpropamid) gewechselt, kann unter Umständen ein mehrtägiges freies Intervall nötig sein, und die Patienten müssen während 1 bis 2 Wochen überwacht werden, um das Auftreten einer Hypoglykämie wegen Überlappung der therapeutischen Wirkungen zu verhindern. Ebenso muss der Beginn einer Behandlung bei einer Umstellung auf Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard überwacht werden, das heisst den Einsatz einer Anfangsdosis von 30 mg pro Tag, gefolgt von einer schrittweisen Dosiserhöhung je nach metabolischer Antwort.
Kombinationstherapie
Kombination mit anderen Antidiabetika
Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard können mit Biguaniden, Alpha-Glukosidase-Hemmern oder Insulin kombiniert werden.
Bei Patienten, die mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard ungenügend behandelt sind, kann eine begleitende Insulintherapie unter strikter medizinischer Überwachung gestartet werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Bei Patienten mit einem Risiko für Hypoglykämie:
- Nicht oder schlecht ernährte Patienten.
- Patienten mit einer schweren oder schlecht kompensierten endokrinologischen Störung (Hypopituitarismus, Hypothyreoidismus, adrenokortikotrope Insuffizienz).
- Stopp einer Langzeit- oder/und einer hoch dosierten Kortikosteroidtherapie.
- Schwere Gefässerkrankung (schwere koronare Herzerkrankung, schwere Karotisinsuffizienz, diffuse Angiopathie).
Es wird empfohlen, die minimale tägliche Anfangsdosis von 30 mg anzuwenden.
Übergewichtige Patienten:
Es ist wichtig, die Kalorienzufuhr einzuschränken und das Körpergewicht zu verringern. Die Behandlung mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard verhindert eine Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Patienten nicht.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten, die an leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz leiden
Die Anfangsdosis ebenso wie die Erhaltungsdosis müssen mit Vorsicht festgelegt werden, um jegliche hypoglykämische Reaktionen zu vermeiden (siehe «Pharmakokinetik»).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten, die an leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz leiden, ist die Dosierung dieselbe wie bei Personen mit normaler Nierenfunktion. Diese Daten wurden in klinischen Studien bestätigt.
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten (über 65 Jahre) ist die Dosierung dieselbe wie bei Erwachsenen unter 65 Jahren.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Gliclazid-Mepha 30 retard/ Gliclazid-Mepha 60 retard bei Kindern und Jugendlichen wurden nicht ermittelt.
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber Gliclazid oder einen im Abschnitt «Zusammensetzung» genannten Hilfsstoffe, gegenüber anderen Blutzucker senkenden Sulfonamiden oder anderen Sulfonamiden.
- Diabetes mellitus Typ 1.
- Diabetisches Präkoma und Koma, diabetische Ketoazidose, Jugenddiabetes.
- Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz: in diesen Fällen wird eine Insulintherapie empfohlen.
- Miconazol-Behandlung (siehe «Interaktionen»).
- Stillzeit, Schwangerschaft (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).
- Schwere Störungen der Nebennieren oder Schilddrüse.
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
Hypoglykämie
Wie bei den anderen Blutzucker senkenden Sulfonamiden kann die Behandlung mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard bei Einnahme der Mahlzeiten zu unregelmässigen Zeiten und vor allem beim Auslassen von Mahlzeiten eine Hypoglykämie verursachen. Folgende Symptome können bei einer Hypoglykämie auftreten: Kopfschmerzen, Heisshunger, Nausea, Erbrechen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Agitation, Aggressivität, Konzentrationsstörungen, verminderte Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit, Depression, Verwirrtheit, Störungen der Sicht und der Sprache, Aphasie, Zittern, Parese, Gefühlsstörungen, Schwindel, Gefühl der Ohnmacht, Verlust der Selbstkontrolle, Delir, Konvulsionen, oberflächliche Atmung, Bradykardie, Somnolenz und Bewusstseinsverlust, der bis zu einem eventuell fatalen Koma gehen kann.
Zudem können Zeichen einer adrenergen Gegenreaktion auftreten: Vermehrtes Schwitzen, feuchte Haut, Angst, Tachykardie, arterielle Hypertonie, Palpitationen, Angina pectoris und Herzrhythmusstörungen.
Diese Symptome verschwinden im Allgemeinen nach der Einnahme von Kohlehydraten (Zucker). Synthetische Süssstoffe haben jedoch keine Wirkung. Die Erfahrung mit anderen Blutzucker senkenden Sulfonamiden hat gezeigt, dass die Hypoglykämie wieder auftreten kann, auch wenn zu Beginn wirksame Massnahmen ergriffen wurden.
Im Fall einer schweren oder länger andauernden Hypoglykämie, auch wenn sie vorübergehend durch die Einnahme von Zucker kontrolliert wird, ist eine sofortige medizinische Behandlung, oder sogar eine Spitaleinweisung, unumgänglich.
Diese Behandlung darf nur an Patienten verordnet werden, die regelmässig Nahrung zu sich nehmen (einschliesslich Frühstück). Es ist wichtig, dass die Einnahme von Kohlehydraten regelmässig geschieht, da bei verspäteter, quantitativ inadäquater oder kohlehydratarmer Mahlzeit ein erhöhtes Hypoglykämierisiko besteht. Das Hypoglykämierisiko ist grösser während hypokalorischen Diäten, nach langer oder intensiver körperlicher Aktivität, bei Alkoholkonsum oder bei Anwendung einer Kombination Blutzucker senkender Medikamente.
Eine Hypoglykämie kann nach der Einnahme von Blutzucker senkenden Sulfonamiden auftreten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Sie kann schwerwiegend sein und lange anhalten. Möglicherweise ist eine Spitaleinweisung unumgänglich, und die Gabe von Zucker kann während mehreren Tagen nötig sein.
Um jeglichem hypoglykämischen Ereignis vorzubeugen ist es wichtig, die Patienten sorgfältig auszuwählen, die angemessene Dosierung anzuwenden, die Patienten angemessen zu instruieren und den Blutzucker regelmässig zu kontrollieren.
In der Tat besteht ein nicht zu vernachlässigendes Hypoglykämierisiko bei der Anpassung der Dosierung, vor allem zu Beginn der Behandlung oder wenn Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard ein anderes orales Antidiabetikum ersetzt, ebenfalls bei unregelmässiger Einnahme des Medikamentes oder der Mahlzeiten.
Faktoren, welche das Hypoglykämierisiko erhöhen:
- Der Patient verweigert eine Zusammenarbeit oder kann sie nicht gewährleisten.
- Mangelernährung, unregelmässige Zeiten der Nahrungseinnahme, Auslassen von Mahlzeiten, Fasten oder Diätwechsel.
- Ungleichgewicht zwischen körperlicher Aktivität und Kohlehydratzufuhr.
- Niereninsuffizienz.
- Schwere Leberinsuffizienz.
- Überdosierung von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard.
- Einige endokrinologische Störungen: Störungen der Schilddrüsenfunktion, Hypopituitarismus und Nebenniereninsuffizienz.
- Gleichzeitige Gabe gewisser anderer Medikamente (siehe «Interaktionen»).
- Zerebrale Arteriosklerose.
Wie bei der Therapie mit anderen Blutzucker senkenden Sulfonamiden oder Insulin ist bei Patienten, die an schweren oder instabilen kardiovaskulären Störungen leiden, besondere Vorsicht vor Hypoglykämie geboten.
Die Frühsymptome einer Hypoglykämie können bei älteren Patienten im Fall von diabetischer Neuropathie, bei gleichzeitiger Einnahme von Betablockern, Clonidin oder von Substanzen mit ähnlicher Wirkung (siehe «Interaktionen») abgeschwächt oder sogar ganz verschleiert werden.
Sollte beim älteren Patienten Gastroenteritis oder Kalorienmangel aufgrund anderer Ursachen auftreten, muss die Behandlung mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard vorübergehend unterbrochen werden.
Nieren- und Leberinsuffizienz
Die Pharmakokinetik und/oder die Pharmakodynamik von Gliclazid kann bei Patienten mit Leber- oder schwerer Niereninsuffizienz verändert sein. Bei diesen Patienten kann ein hypoglykämisches Ereignis lange anhalten, sodass eine geeignete Behandlung eingeleitet werden muss.
Patienteninformation
Es ist angebracht, dem Patienten sowie seinen Angehörigen die Risiken, die mit einer Hypoglykämie verbunden sind, insbesondere in der Nacht, zu verdeutlichen und die damit einhergehenden Symptome (siehe Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen») sowie die zu treffenden Massnahmen zu erläutern; ausserdem sollten sie auch über die Faktoren, die das Auftreten einer Hypoglykämie begünstigen, aufgeklärt werden.
Der Patient muss informiert werden, wie wichtig das Einhalten der Anweisungen zur Nahrungseinnahme, regelmässige körperliche Aktivität und die regelmässige Kontrolle des Blutzuckers sind.
Abnahme der antidiabetischen Wirkung
Bei Stress, vor allem bei andauerndem Fieber, bei Trauma, Infektionen, chirurgischen Eingriffen, bei Verwendung von Zubereitungen basierend auf Hypericum perforatum (Johanniskraut) (siehe «Interaktionen») kann sich der Diabetes verschlimmern. In diesen Fällen ist es unerlässlich, Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard vorübergehend durch Insulin zu ersetzen.
Die Wirkung aller oralen Antidiabetika (einschliesslich Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard) nimmt mit der Zeit ab. Dieses Phänomen ist auf das Fortschreiten der Krankheit zurückzuführen oder darauf, dass der Organismus weniger auf das Medikament anspricht. Dieses Phänomen wird sekundäres Versagen genannt, und unterscheidet sich vom primären Versagen, bei welchem der Wirkstoff beim Ersteinsatz unwirksam ist. Bevor ein sekundäres Versagen angenommen wird, müssen eine angemessene Dosisanpassung und eine korrekte Nahrungseinnahme in Betracht sichergestellt werden.
Wenn die Blutzuckerwerte im Laufe der Behandlung nicht mehr ausreichend unter Kontrolle gebracht werden können, müssen Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard durch eine andere Behandlung ersetzt oder gleichzeitig mit einem oralen Biguanid-Antidiabetikum verabreicht werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).
Fehlregulation der glykämischen Kontrolle
Bei diabetischen Patienten, vor allem bei älteren Personen, die eine gleichzeitige Behandlung mit Fluorchinolonen erhielten, wurde über Störungen des Glukosestoffwechsels wie Hypoglykämie und Hyperglykämie berichtet. Eine engmaschige Überwachung der Glukose-Blutwerte wird somit empfohlen bei allen Patienten, die gleichzeitig Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard und ein Fluorchinolon erhalten.
Biologische Tests
Um zu überprüfen, wie der Blutzucker kontrolliert ist, wird die Messung des glykosylierten Hämoglobins (oder des Nüchternblutzuckers) empfohlen. Die Selbstmessung des Blutzuckers kann auch nützlich sein.
Bei Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD) kann durch Behandlung mit Blutzucker senkenden Sulfonamiden eine hämolytische Anämie verursacht werden. Da Gliclazid zu der chemischen Klasse der Blutzucker senkenden Sulfonamiden gehört, sollte es bei Patienten mit G6PD-Mangel nur vorsichtig angewendet und eine Umstellung der Behandlung auf Alternativen zu Blutzucker senkenden Sulfonamiden erwogen werden.
Porphyrie
Fälle von akuter Porphyrie wurden mit der Sulfonylharnstoffklasse bei Patienten mit Porphyrie beschrieben.
Hilfsstoffe
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Gliclazid-Mepha retard nicht anwenden.
Interaktionen
1. Die folgenden Wirkstoffe können das Risiko einer Hypoglykämie verstärken
Kontraindizierte Kombination
Miconazol (systemisch, Mundgel): verstärkt die Blutzucker senkende Wirkung mit möglichem Auftreten von Symptomen der Hypoglykämie bis hin zum Koma.
Nicht empfohlene Kombination
Alkohol: verstärkt die reaktive Hypoglykämie (indem es die kompensatorischen Reaktionen hemmt), welche zum hypoglykämischen Koma führen kann.
Alkohol und alkoholhaltige Medikamente müssen vermieden werden.
Kombinationen, die Vorsichtsmassnahmen erfordern
Die Kombination mit einem der folgenden Medikamente kann eine Verstärkung der Blutzucker senkenden Wirkung und dementsprechend in gewissen Fällen eine Hypoglykämie bewirken: Andere Antidiabetika (Insuline, Acarbose, Metformin, Thiazolidinedione, Dipeptidyl peptidase-4 Hemmer, GLP-1 Rezeptoragonisten), Betablocker, Fluconazol, Hemmer des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (Captopril, Enalapril), H2-Blocker (Cimetidin, Ranitidin), MAO-Hemmer, Sulfonamide, Clarithromycin und nicht-steroidale Entzündungshemmer (insbesondere Salicylate).
Kombinationen, auf die geachtet werden muss
Die folgenden Medikamente können die Blutzucker senkende Wirkung von Gliclazid verstärken: Fibrate (insbesondere Clofibrat), anabole Steroide und männliche Sexualhormone, Fluoxetin, Pentoxifyllin (parenteral, in hoher Dosierung), Probenezid, Zytostatika vom Typ Cyclophosphamid und Ifosfamid, Kumarinderivate, Tetracyclin, und Chloramphenicol.
Gewisse Medikamente (Betablocker, Clonidin und Substanzen mit ähnlicher Wirkung) können die Frühsymptome einer Hypoglykämie verschleiern (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
2. Die folgenden Wirkstoffe können eine Hyperglykämie verursachen
Nicht empfohlene Kombination
Danazol: diabetogene Wirkung von Danazol.
Wenn es nicht möglich ist, auf diesen Wirkstoff zu verzichten, muss der Patient auf die Wichtigkeit der Kontrollen von Glykosurie und Blutzucker hingewiesen werden. Es kann nötig sein, die Dosis des Antidiabetikums während und nach der Anwendung von Danazol anzupassen.
Kombinationen, die Vorsichtsmassnahmen erfordern
Chlorpromazin (Neuroleptikum): hohe Dosen (>100 mg Chlorpromazin pro Tag) erhöhen den Blutzucker (durch Senkung der Insulinsekretion).
Der Patient muss auf die Wichtigkeit der Kontrolle des Blutzuckers hingewiesen werden. Es kann nötig sein, die Dosis des Antidiabetikums während und nach dem Gebrauch des Neuroleptikums anzupassen.
Glukokortikoide (systemisch und topisch: intra-artikuläre, kutane und rektale Anwendungen) und Tetracosactid: Erhöhung des Blutzuckers mit allfälliger Ketose (Glukokortikoid-bedingte Abnahme der Kohlehydrattoleranz).
Der Patient muss auf die Wichtigkeit der Kontrolle des Blutzuckers hingewiesen werden, vor allem zu Beginn der Behandlung. Es kann nötig sein, die Dosis des Antidiabetikums während und nach dem Gebrauch der Glukokortikoide anzupassen.
Salbutamol, Terbutalin: (intravenöse Gabe).
Erhöhung des Blutzuckers durch die Wirkung der Beta-2-Agonisten.
Auf die Wichtigkeit der Blutzuckerkontrolle hinweisen. Bei Bedarf auf Insulin wechseln.
Zubereitungen basierend auf Hypericum perforatum (Johanniskraut): Verringerte Plasmakonzentrationen von Gliclazid bei einer Kombination mit Hypericum perforatum. Auf die Wichtigkeit der Blutzuckerkontrolle hinweisen.
3. Die folgenden Produkte können zu einer Fehlregulation der glykämischen Kontrolle führen:
Fluorchinolone (z.B. Ciprofloxacin, Ofloxacin, Levofloxacin)
Im Falle einer gleichzeitigen Anwendung von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard mit einem Fluorchinolon, sollte der Patient über der Gefahr einer Fehlregulation der glykämischen Kontrolle gewarnt werden und die Blutzuckermessung sollte verstärkt werden.
Kombination, auf die geachtet werden muss
Antikoagulationsbehandlung (z.B. Warfarin ...):
Die Blutzucker senkenden Sulfonamide können die antikoagulierende Wirkung während der Behandlung verstärken.
Die Anpassung der Dosierung des Antikoagulans kann erforderlich sein.
Die folgenden Medikamente können bei gleichzeitiger Verabreichung mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard eine Hyperglykämie verursachen:
Saluretika, Acetazolamid, progesteron- und östrogenhaltige Präparate, Rifampicin, Barbiturate, Phenytoin, Diazoxid, Epinephrin, Beta-2-Mimetika, Schilddrüsenhormone und Glucagon.
Auch wenn ein Blutzucker senkendes oder steigerndes Medikament abrupt abgesetzt wird, besteht das Risiko einer Hyper- oder Hypoglykämie.
Wenn ein Patient, der mit Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard behandelt wird, eine der oben genannten Substanzen erhält, ist es nötig, die Blutzuckerwerte verstärkt zu kontrollieren und eventuell die Dosierung von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard anzupassen. Dies gilt insbesondere auch, wenn eine Behandlung mit einem dieser Medikamente begonnen oder beendet wird, oder wenn eine Dosierung verändert wird.
Schwangerschaft/Stillzeit
Schwangerschaft
Blutzucker senkende Sulfonamide sind beim Tier in hoher Dosierung teratogen. Hingegen wurde für Gliclazid in Untersuchungen beim Tier keine Teratogenizität gezeigt (siehe «Präklinische Daten»). Es liegen keine Erfahrungswerte über den Einsatz von Gliclazid bei Schwangeren vor, hingegen einige Daten über andere Blutzucker senkende Sulfonamide.
Die gute Einstellung des Diabetes muss vor der Konzeption erreicht werden, um das Risiko kongenitaler Missbildungen, die mit einem nicht kontrollierten Diabetes assoziiert sind, zu verringern. Es wird empfohlen, ab dem Zeitpunkt, zu dem eine Schwangerschaft geplant wird, oder im Fall einer unvorhergesehenen Schwangerschaft während der Einnahme dieses Medikaments, die orale Behandlung durch Insulin zu ersetzen. Während der Schwangerschaft sind orale Antidiabetika nicht indiziert, und Insulin ist das Medikament der ersten Wahl zur Behandlung des Diabetes. Aus diesen Gründen sind Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard während der Schwangerschaft kontraindiziert.
Eine Blutzuckerüberwachung beim Neugeborenen wird empfohlen.
Stillzeit
Da es keine Daten betreffend des Übergangs in die Muttermilch gibt und angesichts des Hypoglykämierisikos beim Neugeborenen ist das Stillen im Fall einer Behandlung mit diesem Medikament kontraindiziert. Ein Risiko für Neugeborene und Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard haben keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.
Dennoch müssen die Patienten auf die Symptome von Hypoglykämie hingewiesen werden und sollten beim Fahren und beim Bedienen von Maschinen vorsichtig sein, insbesondere zu Beginn der Behandlung.
Unerwünschte Wirkungen
Basierend auf der klinischen Erfahrung mit Gliclazid wurden nachfolgende Nebenwirkungen beobachtet. Die meisten unerwünschten Wirkungen sind auf die Dosierung zurückzuführen und vorübergehend; sie verschwinden nach der Senkung der Dosis oder wenn die Behandlung abgesetzt wird.
Die häufigste unerwünschte Wirkung mit Gliclazid ist Hypoglykämie.
Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden beobachtet und sind in folgende Häufigkeitskategorien eingeteilt:
«Sehr häufig» (≥1/10); «häufig» (≥1/100, <1/10); «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100); «selten» (≥1/10'000, <1/1000); «sehr selten» (<1/10'000).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Selten: Granulozytopenie, Agranulozytose, Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Häufig: Hypoglykämie (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Überdosierung»).
Augenerkrankungen
Vorübergehende Sehstörungen sind aufgrund von Schwankungen des Blutzuckers möglich, vor allem zu Beginn der Behandlung.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen, Dyspepsie, Durchfall, Verstopfung.
Andere: Bauchschmerzen.
Diese Nebenwirkungen können verhindert oder vermindert werden, wenn Gliclazid mit dem Frühstück eingenommen wird.
Leber und Gallenerkrankungen
Selten: Hepatitis (in Einzelfällen) und cholestatischer Ikterus. Beim Auftreten eines cholestatischen Ikterus ist die Behandlung abzubrechen.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: Rash, Pruritus, Urtikaria, Angioödem, Erythem, makulopapulöser Ausschlag, bullöse Reaktionen (wie z.B. Stevens-Johnson Syndrom und toxisch epidermale Nekrolyse und autoimmune bullöse Störungen).
Einzelfälle: DRESS-Syndrom (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen).
Untersuchungen
Selten: Erhöhung der Leberenzyme (ASAT, ALAT, alkalische Phosphatasen).
Für die Stoffklasse typische Nebenwirkungen:
Wie auch bei anderen Sulfonylharnstoffen, wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet: Erythropenie, Agranulozytose, hämolytischer Anämie, Panzytopenie, allergischer Vaskulitis, Hyponatriämie, erhöhte Leberenzymwerte, Verschlechterung der Leberfunktion (z.B. mit Cholestase und Ikterus) und Hepatitis, die entweder nach dem Absetzen des Sulfonylharnstoffes zurück ging oder in Einzelfällen zu lebensbedrohlichem Leberversagen führte.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
Überdosierung
Anzeichen und Symptome
Bei Überdosierung können Blutzucker senkende Sulfonamide zu Hypoglykämie führen.
Gemässigte Symptome von Hypoglykämie, bei denen es weder zu Ohnmacht noch zu neurologischen Anzeichen kommt, müssen unbedingt durch eine sofortige Glukosezufuhr, eine Anpassung der Dosierung bzw. der Ernährungsweise korrigiert werden. Der Patient muss unter engmaschiger Überwachung stehen, bis der Arzt Gewissheit hat, dass sein Patient ausser Gefahr ist.
Heftige hypoglykämische Reaktionen, die sich durch Koma, Konvulsionen oder andere neurologische Störungen manifestieren, sind möglich und erfordern medizinische Notfallmassnahmen und eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus.
Behandlung
Sollte ein hypoglykämisches Koma diagnostiziert oder vermutet werden, muss der Patient schnell per intravenöse Injektion 50 ml einer konzentrierten Glukoselösung (20 bis 30%) erhalten. Darauf folgt eine kontinuierliche Infusion einer verdünnteren Glukoselösung (10%), und die Geschwindigkeit wird so gewählt, dass der Blutzuckerwert über 1 g/l bleibt. Der Patient muss über einen Zeitraum von mindestens 48 Stunden engmaschig überwacht werden. Je nach Zustand des Patienten entscheidet der Arzt dann, ob eine weitere Überwachung nötig ist.
Aufgrund der starken Proteinbindung von Gliclazid ist eine Dialyse nicht nützlich für die Patienten.
Eigenschaften/Wirkungen
ATC-Code
A10BB09
Wirkungsmechanismus
Gliclazid ist eine Blutzucker senkende Substanz, die zur Gruppe der Blutzucker senkenden Sulfonamiden gehört. Es handelt sich dabei um ein orales Antidiabetikum mit einem Stickstoff-Heterozyklus mit endozyklischer Bindung, die es von anderen Medikamenten dieser Klasse unterscheidet.
Gliclazid senkt den Blutzuckerwert, indem es die von den Betazellen der Langerhans-Inseln ausgehende Insulinausschüttung stimuliert. Die Erhöhung der postprandialen Sekretion von Insulin und Peptid C hält nach einer Behandlung von zwei Jahren an.
Neben diesen Stoffwechseleigenschaften übt Gliclazid auch hämovaskuläre Eigenschaften aus.
Gliclazid bindet sich mit hoher Affinität und Selektivität reversibel an die K-ATP-Kanäle der Betazelle, sowie eine geringe Affinität für die kardiovaskulären K-ATP-Kanäle.
Eine endogene Insulinproduktion ist für die Wirksamkeit von Gliclazid unbedingt nötig.
Pharmakodynamik
Siehe «Wirkungsmechanismus».
Klinische Wirksamkeit
Auswirkungen auf die Insulinfreisetzung
Bei Diabetes mellitus Typ 2 stellt Gliclazid die frühe Spitze der Insulinsekretion in Anwesenheit von Glukose wieder her und erhöht die zweite Phase der Insulinsekretion. Als Reaktion auf eine Nahrungsaufnahme oder einen Glukosestimulus wird eine beträchtliche Steigerung der Insulinreaktion beobachtet.
Darüber hinaus wurde unter dem Einfluss von Gliclazid eine Erhöhung der Insulinsensitivität der peripheren Gewebe der Muskeln und der Leber nachgewiesen.
Hämovaskuläre Eigenschaften:
Gliclazid vermindert Mikrothrombosen über zwei Mechanismen, die bei Komplikationen des Diabetes mitbeteiligt sein können:
- Teilweise Hemmung der Thrombozytenaggregation und –adhäsion, mit einer Verringerung der Aktivierungsmarker der Thrombozyten (Beta-Thromboglobulin, Thromboxan B2).
- Auswirkung auf die fibrinolytische Aktivität des vaskulären Endothels mit Steigerung der tPA-Aktivität.
Antioxidative Eigenschaften:
Durch die Bewertung des oxidativen Status von Diabetes mellitus Patienten wurden die antioxidativen Eigenschaften von Gliclazid bestätigt, die sich bereits in der Pharmakologie gezeigt hatten: Senkung der Lipid-Peroxidation und Erhöhung der Aktivität der Superoxid-Dismutase, der plasmatischen Thiole und der gesamten antioxidativen Kapazität im Plasma (TRAP).
Die klinische Bedeutung dieser Eigenschaften ist nicht bekannt.
Langzeitdaten
Langzeitstudien haben ergeben, dass Gliclazid die Entwicklung diabetischer Retinopathie im nicht proliferativen Stadium verzögert.
In kontrollierten klinischen Studien an Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 wurde anhand der Nachbeobachtung der HbA1c-Werte die Langzeitwirksamkeit einer täglichen Einnahme von Gliclazid für die Blutzuckerkontrolle bestätigt.
Pharmakokinetik
Absorption
Die Absorption von Gliclazid ist vollständig. Nach der Einnahme steigen die Plasmakonzentrationen nach und nach bis zur 6. Stunde an und halten sich dann bis zur 12. Stunde gleichmässig auf einem Plateau. Intraindividuelle Variationen sind gering. Die Nahrungsaufnahme verändert weder die Resorptionsgeschwindigkeit noch deren Rate.
Das Verhältnis zwischen der verabreichten Dosis bis zu 120 mg und der Fläche unterhalb der zeitabhängigen Konzentrationskurve ist linear.
Distribution
Die tägliche Einnahme von Gliclazid-Mepha 30 retard/Gliclazid-Mepha 60 retard erhält wirksame Plasmakonzentrationen von Gliclazid während 24 Stunden aufrecht.
Die Bindung an Plasmaproteine liegt bei ungefähr 95%. Das Verteilungsvolumen beträgt ungefähr 30 Liter.
Metabolismus
Gliclazid wird in der Leber extensiv metabolisiert: weniger als 1% der unveränderten Form findet sich im Urin wieder. Es wurde kein wirksamer Metabolit im Plasma gefunden. An diesem Metabolismus sind die Zytochrome P450 2C9 und 2C19 beteiligt. Sieben Metaboliten, die entweder aus der Hydroxylierung und anschliessenden Oxidation der Methylgruppe oder aus der Hydroxylierung des Azabicyclo-Octyl-Rings und zweier Glukurono-Konjugate stammen, wurden im Urin festgestellt. Die Metaboliten haben keine Blutzucker senkende Wirkung, aber der Hauptmetabolit hat eine positive Wirkung auf die Thombozytenaggregation.
Elimination
Die Elimination von Gliclazid ist monophasisch mit einer Halbwertszeit von 12 bis 20 Stunden. Im Urin finden sich 60 bis 70% der Dosis wieder (weniger als 1% in unveränderter Form) und im Stuhl 20%.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten, die an leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz leiden, könnte die Pharmakokinetik von Gliclazid verändert sein und somit das Risiko einer Hypoglykämie erhöhen. Pharmakokinetische Daten für Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sind nicht verfügbar (siehe «Kontraindikationen»).
Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten, die an leichter bis mittelschwerer Niereninsuffizienz leiden, hat die Kreatinin-Clearance keinen signifikanten Einfluss auf die pharmakokinetischen Parameter. Pharmakokinetische Daten für Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz sind nicht verfügbar (siehe «Kontraindikationen»).
Ältere Patienten
Es wurde keine klinisch signifikante Veränderung der pharmakokinetischen Parameter beobachtet.
Präklinische Daten
Die präklinischen Daten, basierend auf Studien über chronische Toxizität und Genotoxizität, haben kein Risiko für den Menschen ergeben.
Karzinogenität
Es wurde keine Langzeitstudie über Kanzerogenese durchgeführt.
Reproduktionstoxizität
Es wurde keine teratogene Wirkung beim Tier festgestellt; lediglich eine fetotoxische Wirkung (Gewichtsverringerung des Feten) wurde bei Tieren beobachtet, die eine 25 Mal höhere Dosis erhielten als die beim Menschen empfohlene Höchstdosierung.
Sonstige Hinweise
Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Gliclazid-Mepha 30 retard: In der Originalverpackung und bei Raumtemperatur (15 - 25 °C) lagern.
Gliclazid-Mepha 60 retard: Nicht über 30 °C in der Originialverpackung lagern.
Für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Zulassungsnummer
58504, 65571 (Swissmedic).
Zulassungsinhaberin
Mepha Pharma AG, Basel.
Stand der Information
September 2019.
Interne Versionsnummer: 6.2










